Nutzungsentgelt oder Miete

Bei einer Wohnungsgenossenschaft gibt es keinen einzelnen Wohnungseigentümer und keinen Mieter. Folgerichtig ist auch der Begriff „Miete“, bezogen auf das Mitglied einer Wohnungsgenossenschaft, unangebracht.

Warum werden die Zahlungen der Mitglieder einer Wohnungsgenossenschaft für die Überlassung von Wohnraum als „Nutzungsgebühr“ bezeichnet? Das Wohneigentum befindet sich nicht in privater Hand.
Es handelt sich um Gemeinschaftseigentum aller Genossenschaftsmitglieder. Das einzelne Mitglied ist Miteigentümer. Wer als Mitglied „Wohnraum im Gemeinschaftseigentum“ in Anspruch nimmt, nutzt de facto sein Miteigentum!
Dieses besondere Nutzungsverhältnis rechtfertigt einen spezifischen Terminus für geleistete Zahlungen des Mitglieds, nämlich Nutzungsentgelt.
Wir haben es nicht mit der üblichen Miete zu tun.

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Wohnungsgenossenschaften kalkulieren anders

Allgemein

In der wohnungsgenossenschafltichen Praxis wird oft ein Preismodell gewählt, bei dem das Nutzungsentgelt (die Nettokaltmiete) für eine Wohnung sich am Mietenspiegel bzw. an der ortsüblichen Vergleichsmiete orientiert. Mitunter wird der Mittelwert des Mietenspiegels gewählt und um Auf-und Abschlagsfaktoren ergänzt, um eine sogenannte „Wohnwertmiete“ zu erhalten, mitunter wird einfach ein gewisser Abschlag oder Aufschlag kalkuliert oder man gibt sich mit Blick auf die zu fördernden Mitglieder zufrieden, indem man die obere Spanne des Mietenspiegels nicht überschreitet

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Erste Beamten-Wohngenossenschaft in Kassel – BWV zu Köpenick eG im Profil

Der Beamten-Wohnung-Verein zu Köpenick (BWV zu Köpenick eG) steht im Vordergrund der aktuellen Ausgabe des „Senioren-Magazins“ Treptow-Köpenick.Positiv aufgefallen ist uns auch das offene Bekenntnis zur Nutzungsgebühr. Hier verweist die Genossenschaft auf ihre Satzung in der u.a. vorgeschrieben ist, dass die Nutzungsgebühren nicht den Betrag übersteigen, der zur Gesamtkostendeckung für die Wohnungsbewirtschaftung der Genossenschaft notwendig ist. Außerdem beweist die BWV genossenschaftliche Solidarität und stellt ihre Gäste-Wohnungen Ukrainerinnen und Ukrainern temporär bis zum Jahresende als Unterkunft zur Verfügung.

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Streit um Abschalten genossenschaftlicher Website

Allgemein

Die beiden Vorstände der Osterfelder Wohnungsgenossenschaft eG Essen fordern erneut die Abschaltung einer Website von Genossenschaftsmitgliedern. Der Domain-Name soll herausgegeben werden. Darüber informiert ein Mitglied der Genossenschaft die GenoNachrichten Redaktion. Es geht dabei um den Abriss einer genossenschaftlichen Siedlung mit bezahlbarem Wohnraum (Angerstraße 17-29, Essen), deren Wohnungen von den Genossenschaftsmitgliedern auch mit viel Eigenarbeit und hohen Investitionen renoviert wurden, die aber modernen genossenschaftlichen Wohneinheiten weichen soll. Die betroffenen Mitglieder haben sich auf dieser Website eine Möglichkeit geschaffen, auf ihr Anliegen hinzuweisen und ihre Argumente vorzutragen.

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Hostsharing eG auf Wachstumskurs

Allgemein

Das wohl eindrucksvollste Beispiel für eine Platform Coop ist die Hostsharing eG. Die Hostharing eG feierte im vergangenen Jahr ihr 20 jähriges Jubiläum. Hostsharing Mitglieder profitieren seitdem von positiver Entwicklung Die Mitglieder der Hostsharing eG können sich freuen. Die einzige Genossenschaft in Deutschland für professionelles Webhosting konnte in den letzten Jahren viele neue Mitglieder gewinnen und damit auch ihren Umsatz kräftig steigern. Die Vorteile des genossenschaftlichen Infrastrukturbetriebs haben sich offensichtlich herumgesprochen. In den ersten fünf Monaten des Jahres konnte Hostsharing 30 neue Mitglieder gewinnen. Im gesamten letzten Jahr sind 70 Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen in die Genossenschaft eingetreten, sodass die Genossenschaft fast 300 Mitglieder hat.

Investitionen vorgezogen Im November letzten Jahres war Hostsharing in ein Multi-Tier-Rechenzentrum umgezogen und hatte neue Hardware in Betrieb genommen. Aufgrund des erfreulichen Wachstums konnte die Genossenschaft Investitionen vorziehen und bereits im April eine zweite Servergruppe in Betrieb nehmen.

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Prüfungsverbände im Fokus. Wer prüft die Prüfer?

Allgemein

Die Idee ist bestechend: Ein neutraler, übergeordneter Prüfungsverband prüft und testiert die ordnungsgemäße Betriebsführung. Denn in jeder Genossenschaft gibt es ein Risiko: Was ist, wenn die Genossenschaftsorgane sich der Genossenschaftsidee nicht verpflichtet fühlen? Wenn Vorstand und Aufsichtsrat Geschäfte auf Kosten der anderen Eigentümer machen. Wenn Geschäftsvermögen veruntreut und die Buchhaltung manipuliert wird? Oder eine Genossenschaft, wie z.B. die Volksbank Heilbronn eG sich an einem verlustreichen Cum-Cum Steuerbetrug beteiligt und ohne die Mitglieder zu informieren, deren Kapital aufs Spiel setzt, statt sich der Mitgliederförderung zu verpflichten? Wo ist der Haken? Der Haken liegt in der menschlichen Natur. Verbände haben die Eigenschaft, einen gesunden bisweilen auch ungesunden Selbsterhaltungstrieb zu haben. Sie sehen sich als unentbehrlich an und versuchen, alles zu tun, um ihre finanzielle Ausstattung und ihre Personaldecke zu bewahren. Das bedeutet, sie sind nicht unbedingt prädestiniert dafür, das Wohlergehen anderer Institutionen oder Organisationen in den Vordergrund zu stellen, sondern neigen dazu deren Bedürfnisse den eigenen Interessen anzupassen.Was kann man dagegen tun? Die Hoffnung ruht also auf der APAS, die Abschlussprüferaufsicht beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, denn bei der BVR Fusionspolitik geht es um ein Milliardenvermögen genossenschaftlich organisierter Bürger, also um öffentliches Interesse.

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Benötigen Genossenschaftsverbände mehr Staatsaufsicht?

Die genossenschaftlichen Prüfungsverbände unterliegen einer regelmäßigen und gesetzlich verordneten Qualitätsprüfung. Diese erweist sich jedoch zunehmend als untauglich, da sie nur die Formalien prüft, nicht aber das Handeln gemäß Genossenschaftsgesetz. Eine Qualitätsprüfung aus Mitgliedersicht impliziert, dass sich die Eigentümer der Genossenschaft darauf verlassen können, dass ihr zuständiger Genossenschaftsverband dahingehend geprüft wird, ob er die Spielregeln der genossenschaftlichen Selbstverwaltung einhält und umsetzt. Wenn die Verbände gegen die Interessen der Genossenschaftsmitglieder handeln und die Organe der Genossenschaft korrumpieren, ist das System marode. Es muss daher sicher gestellt werden, dass die Prüfungsverbände die ihnen übertragenen Aufgaben, insbesondere die Durchführung der genossenschaftlichen Pflichtprüfung, ordnungsgemäß wahrnehmen. Ergänzend zur Staatsaufsicht fordern wir die
Einrichtung einer übergeordneten Qualitätssicherung- und Schlichtungsstelle unter Einbindung der Mitglieder zur Wahrung der Mitgliederinteressen.

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„Geheimnis Nutzungsgebühr“ trotz Mietendeckel-Entscheid ungelöst

Der Berliner Protagonist der Initiative „Genossenschaft von unten“, Manfred Zemter, spricht vom „Schwarzen Donnerstag“. Gemeint ist der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts über die Verfassungswidrigkeit des viel diskutierten Berliner Mietendeckels. Allerdings wird die für Wohnungsgenossenschaften seit Jahrzehnten schwelende Prolematik „Miete oder Nutzungsgebühr“ von der Entscheidung des höchsten bundesdeutschen Gerichts gar nicht berührt. Sie bleibt weiterhin ein ungelöstes Geheimnis.

Warum werden die Zahlungen der Mitglieder einer Wohnungsgenossenschaft für die Überlassung von Wohnraum als „Nutzungsgebühr“ bezeichnet? Das Wohneigentum befindet sich nicht in privater Hand.
Es handelt sich um Gemeinschaftseigentum aller Genossenschaftsmitglieder. Das einzelne Mitglied ist Miteigentümer. Wer als Mitglied „Wohnraum im Gemeinschaftseigentum“ in Anspruch nimmt, nutzt de facto sein Miteigentum!
Dieses besondere Nutzungsverhältnis rechtfertigt einen spezifischen Terminus für geleistete Zahlungen des Mitglieds, nämlich Nutzungsentgelt.

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CLT Solidarisches Miteinander – Stadtbodenstiftung startet

Die Berliner Stadtbodenstiftung will den ersten Community Land Trust (CLT) in Deutschland gründen. Das Experiment, das sich in den USA und Großbritannien seit Jahren praktisch bewährt, beginnt jetzt in der von Immobilenspekulanten stark gebeutelten deutschen Hauptstadt. Die Notwendigkeit zu solchen CLT-Nachbarschaften in Kooperation mit Kommunen eröffnet neue Wege zu bezahlbarem Wohnen – zusätzlich zum dringend erforderlichen, staatlich organisierten Wohnungsbau. Aussichtsreiche Berliner Stadtbezirke für das Vorhaben sind Wedding und Friedrichshain-Kreuzberg.
Ein CLT verkörpert eine gemeinschaftliche, nicht gewinnorientierte Eigentumsform, mit der Grund und Boden der Spekulation entzogen werden. Dabei entscheidet ein Beirat über sämtliche Angelegenheiten. Das Gremium besteht zu je einem Drittel aus Bewohnern, Nachbarschaften sowie Vertretern der Stadtgesellschaft. Es befindet beispielsweise über die Nutzung von Boden und Immobilien.
Die GenoNachrichten berichteten bereits mehrfach über das Community-Trust Konzept, dessen Grundlage das Erbpachtrecht ist. Der Kauf eines Grundstücks durch eine Stiftung stellt sicher, dass das Stiftungskapital erhalten bleibt und die Stiftung aus dem Erbpachtzins dauerhafte Einnahmen erzielt. Die CoopGo Initiative Wohnbaugenossenschaften empfiehlt dieses Modell bei Gründungen von Wohnungsgenossenschaften im urbanen Umfeld ausdrücklich, da sich die Nutzungsgebühr einer Genossenschaftswohnung immer an den Entstehungskosten orientiert.

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