Die Alternative zur Bankenfusion heißt Bürgergenossenschaft

Den nachstehenden Beitrag haben wir mit freundlicher Genehmigung des KMI Verlags aus dem Branchen Newsletter bank-intern übernommen. Es handelt sich um den Teil II des Beitrags: Morgen kann kommen. Der Teil 1 liefert die notwendigen Hintergrundinformationen. Teil 2 kommt zu dem Schluss, dass die Fusionspolitik der Volks- und Raiffeisenbanken keine Antwort auf zunehmende Digitalisierung des Bankgeschäfts seien kann. Es handelt sich nicht um eine Problemlösung, sondern um eine zeitliche und räumliche Problemverlagerung, die auch dazu dient die quasi Enteignung der betroffenen Genossenschafts Mitglieder zu kaschieren. Als Lösungsvorschlag wird die Umwandlung bestehender Bankgenossenschaften in Bürgergenossenschaften vorgestellt. Während bei einer Bankenfusion das Genossenschaftsvermögen ohne Wertausgleich verschenkt wird, besteht die Bürgergenossenschaft weiter. Die Bürgergenossenschaft trennt sich nicht von ihrem Eigentum, sondern lediglich vom Bankgeschäft.

Aktuell werden die rechtlich selbstständigen Genossenschaftsbanken zu immer größeren Einheiten verschmolzen. Wir fragen uns ob, diese im vergangenen Jahrhundert entwickelte BVR Unternehmensstrategie wirklich noch in unsere digitale Welt passt. Das Geschäftsmodell Genossenschaftsbank befindet sich am Scheideweg.

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Bürgergenossenschaft statt Bankgenossenschaft

Wenn 75% der Bankgenossen dem Konzept der Bürgergenossenschaften zustimmen, kann eine Satzungsänderung vorgenommen und der Geschäftszweck der entsprechenden Genossenschaftsbank geändert werden. Das Bankgeschäft wird verkauft, der Geschäftszweck wird abgeändert. Die Zweck der Genossenschaft – die Mitgliederförderung – bleibt bestehen. Es ist dringend notwendig, das vor allem viele Bankgenossen dem Gründungs-Team der Bürgergenossenschaft angehören. Hier ist eine große Koalition angebracht. Egal ob Bürgermeister, Lehrer oder Kirchenvertreter vor Ort – jeder der sich für die Erhaltung seiner Genossenschaft einsetzen möchte wird gebraucht. Die Arbeitsgemeinschaft Bürgergenossenschaft kann dann die Mitglieder der Genossenschaftsbank direkt ansprechen und gemeinsam ein Konzept entwickeln, um das gemeinsame Genossenschaftsvermögen zu retten

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Bürgergenossenschaften und kommunale Daseinsvorsorge

Die Genossenschaft ist im eigentlichen Sinne eine hybride Organisation, die ein Gleichgewicht von ökonomischen und moralischen Parametern in einer Wirtschaftsorganisation herstellen und dauerhaft gewährleisten will. Viele Genossenschaften und einige ihrer Verbände sind allerdings in die Jahre gekommen und vor lauter Bürokratie ist vielerorts das Einhalten moralischer Ideen gänzlich ins Hintertreffen geraten. Zwar wird die wirtschaftliche Förderung der Mitglieder betont, doch hat sich der Förderungsgedanke so viele Facetten, dass er rein wirtschaftlich weder der Wirklichkeit entspricht, noch den Wünschen zukünftiger Mitglieder gerecht wird. Zwar bemüht man sich um digitale Agenden und spricht von einer Übertragung des genossenschaftlichen Gedankens in die Gegenwart, aber so recht mag dies an vielen Orten nicht gelingen. Dies liegt vor allem daran dass viele Genossenschaften in den vergangenen Jahren kaum Arbeit an ihrer kulturelle Basis, der Aktualität ihrer Geschäftsabläufe oder der Erarbeitung tragfähiger Visionen geleistet haben. Viele Bürgergenossenschaften und Energiegenossenschaften sind reine Verwaltungsstrukturen geworden.

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