Studie registriert rege Gründungs-Aktivitäten ostdeutscher Bürgergenossenschaften

Berlin/Leipzig/Jena, 15 . Februar 2022 (geno). Die Neuen Bundesländer sind nicht – wie häufig vermutet – im Vergleich zu den Alten Bundesländern Deutschlands Schlusslichter bei der Gründung von Bürgergenossenschaften. Vielmehr erweist sich das Gründungsgeschehen der Bürgergenossenschaften im Verhältnis zur Einwohnerzahl als ähnlich dynamisch. Das wird in einer Studie hervorgehoben, die Ende Januar dieses Jahres erschienen ist und vom Bundeswirtschaftsministerium und dem Ostbeauftragten der Bundesregierung in Auftrag gegeben worden ist. Die Forschungsarbeit, die vom Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) Jena sowie dem Institut für Genossenschaftswesen (IfG) der Berliner Humboldt-Universität und der Entwicklungsagentur für neue Genossenschaften innova eG Borsdorf bewerkstelligt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass sich immer mehr Bürger Ostdeutschlands in Genossenschaften für das Gemeinwesen engagieren. Sie schließen sich zunehmend zusammen, um den jahrzehntelangen Abwanderungsprozessen und der damit einhergehenden sozialen und ökonomischen Abwärtsspirale in ländlichen Gebieten entgegenzuwirken. Sie wollen eigenverantwortlich Tätigkeiten und Dienstleistungen in ihrem Gemeinwesen übernehmen. In den vergangenen zwanzig Jahren sind der Studie zufolge zahlreiche neue Genossenschaften in wichtigen Bereichen der Daseinsvorsorge entstanden: Dorfläden für die Nahversorgung, Infrastrukturgenossenschaften für nachhaltige Energieversorgung und Mobilität sowie Bahnhöfe als innovative Kulturstandorte und Seniorengenossenschaften.

Die Autoren der Studie – Kristina Bayer, Burghard Flieger, Sonja Menzel und Marleen Thürling – geben einen komprimierten Einblick in das unmittelbare Umfeld und benennen die besonderen Herausforderungen, mit denen die Menschen konfrontiert sind, um Bürgergenossenschaften zu etablieren. Es werden zahlreiche Fallbeispiele näher beleuchtet. Dazu zählen die Bernitter Dorfladen eG, die Marktzentrum Ranis eG, der Bahnhof Lutherstadt Eisleben, die Bahnhofsgenossenschaft Dübener Heide eG und die Neue Kammerspiele eG Kleinmachnow. Besonders erläutert wird das Innova-Vier-Phasen-Modell zur Gründungsbetreuung von Bürgergenossenschaften.

igenos, die Interessenvertretung der Genossenschaftsmitglieder möchte ergänzend noch auf das Thema Kapitalausstattung der Bürgergenossenschaften eingehen und ein interessantes Konzept vorstellen. Wie mehrfach in den Genonachrichten angesprochen, ist es durch Mitgliederbeschluss möglich, kleine und mittlere Bankgenossenschaften in Bürgergenossenschaften umzuwandeln. Im Rahmen einer Satzungsänderung können die Mitglieder im Rahmen der Generalversammlung beschließen ihr „Bankgeschäft“ zu verkaufen. Es gibt eine innovative Bankgenossenschaft, die ein grundsätzliches Interesse bekundet das Bankgeschäft der kleineren, regional tätigen Genossenschaftsbanken zu kaufen und dieses als Zweigniederlassung, einer dann überregional tätigen Genossenschaftsbank aufrecht zu erhalten. Somit bleiben auch die Arbeitsplätze und das Bankgeschäft vor Ort erhalten. Für weitere Auskünfte steht Ihnen die igenos Arbeitsgruppe „Small Banking“ gerne zur Verfügung. Eine vertrauliche Behandlung wird zugesichert. ++ (bg/mgn/15.02.22 – 028) www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

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