Corona-Blessuren der Mondragon-Genossenschaft abgemildert

„Auch die Covid-19 Krise geht an Mondragon nicht spurlos vorüber. Wie für viele Unternehmen gehören Auftragsausfälle und stillstehende Produktionsanlagen zum Krisenalltag“. Das stellt Andrea Vogler vom Forschungsinstitut für Kooperationen und Genossenschaften der Wirtschaftsuniversität Wien über die größte spanische, weltweit agierende Genossenschaft fest. Diese Situation wirke sich auch auf die Belegschaft aus. Infolge der Umsatzausfälle seien Gehaltskürzungen in Höhe von fünf Prozent beschlossen worden.Solche kurzfristigen Einbußen fänden jedoch Akzeptanz, da die wirtschaftliche und soziale Förderung der Mitglieder in der Sicherung der Arbeitsverhältnisse gesehen wird. Die Belegschaft nehme an der langfristigen Ausrichtung teil und könne auf eine Geschichte zurückblicken, die die Beständigkeit der „ArbeiterInnen-Eigentümerinnen-Genossenschaft“ bestätigt.

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Fundort Mondragon – Genossenschaftliche Festlektüre

Allgemein

Genossenschaftliche Festlektüre liefert der Autor Hans Nerge unter dem Titel „Fundort Mondragon“. Er ist auf der Suche nach der zukunftsfähigen Gesellschaft gewesen und ist im spanischen Baskenland fündig geworden. Der Ort Mondragon ist nach seiner Ansicht von „welthistorischer Bedeutung“. Dazu stellt Nerge fest: „Die Mondragoner scheinen das Problem der Machtkonzentration unter Kontrolle gebracht und einen Weg in eine dauerhaft lebensfähige Gesellschaft gefunden zu haben. Sie sind dabei, eine ‚kooperative Gesellschaft‘ zu errichten, eine Gesellschaft, in der die Kooperation das Grundmuster der Beziehungen der Menschen untereinander ist.Nach Information des Verfassers ist die etwas mehr als 100 Seiten umfassende Schrift eine Freifibel, deren Verbreitung

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MONDRAGON unterstützt US Genossenschaftsmodelle

Seit rund zehn Jahren kooperieren die weltgrößte, im spanischen Baskenland beheimatete Genossenschaft Mondragon und Nordamerikas größte Gewerkschaft – die United Steelworkers Union (USW). Sie wollen Genossenschaften zu tragfähigen Geschäftsmodellen machen. Weitere hispanoamerkanische Genossenschaftsprojekte etabliert „The Working World“ (TWW), das im argentinischen Buenos Aires als Genossenschaft gegründet und im April 2011 ein USA-Büro in New York eröffnet hat. Es nahm sofort Verbindungen zu lokalen Genossenschaftsbewegungen auf und suchte Partner, um Arbeiterselbstverwaltungen zu initiieren. Seit der globalen Krise 2008/2009 werden Genossenschaften in den USA immer beliebter. Für prekär Beschäftigte und Lebende sind Kooperativen und Selbstverwaltungen überlebenswichtig geworden.

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Freiheitlich-genossenschaftliches Mondragon paradiert für Wirtschaftsdemokratie

Das in der Weimarer Reichsverfassung proklamierte Recht auf Wirtschaftsdemokratie wird von drei Eigenschaften charakterisiert. Eine davon besteht in einer Mischform von individuellem und gemeinschaftlichem Eigentum, das von einer freiheitlich-genossenschaftlichen Vereinigung repräsentiert werden kann.

Eindrucksvollstes Beispiel dafür in der ökonomischen Praxis ist die weltweit operierende spanisch-baskische Kooperative Mondragon. Das stellte Prof. Tilo Wesche am Sonnabend in Berlin zum Ende einer dreitägigen Fachkonferenz von Politikwissenschaftlern, Historikern und Juristen unter dem Titel „Innovation und Aufbruch“ über verfassungsrechtliche Grundaspekte der ersten demokratischen Konstitution von 1919 fest.

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Mondragon zu Gast bei Raiffeisen

Die Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag, des am 30. März 1818 in Hamm/Sieg geborenen, bedeutenden deutschen Sozialreformers werfen vor Allem in seiner Geburtsstadt schon ihre Schatten voraus. So hatte das marienthaler forum am 24. Februar im Kulturhaus Hamm Dr. Hans Harms aus San Sebastian zu Gast, der über Mondragón im Baskenland – eine Genossenschaft als Globaler Player referierte. Ulrich P. Schmalz, die seit Jahrzehnten rührige Triebfeder des marienthaler forum www.schmalz-wissen.de begrüßte zusammen mit dem Co-Veranstalter, Landespfarrer Peter Mörbel, Studienleiter an der Evangelischen Akademie im Rheinland www.ev-akademie-rheinland.de und dort verantwortlich für die Themenbereiche Wirtschaft und Soziales, in angenehm knapper Form und ließ damit mehr Raum für den Gastredner.

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Mondragon-Genossenschaft: Schwierigkeiten bei Gewinn- und Eigentumsbeteiligung ausländischer Arbeiter

San Sebastian/Hamm, 8. Februar 2018. (geno). „Das ist hier kein Paradies. Wir sind Menschen mit Ideen und Problemen. Unsere Hauptaufgabe ist, den Ausgleich zwischen wirtschaftlichen und sozialen Erfordernissen zu finden“. Das sagte der Betriebssoziologe und Pressesprecher der Mondragon Corporacion Cooperativa (MCC), Mikel Lezamiz, über die weltweit tätige Genossenschaft aus dem spanischen Teil des Baskenlandes. Die MCC-Hauptsäulen bestünden in den vier kooperativen Werten: Kooperation, Partizipation, Innovation und soziale Verantwortung. Wahr sei, dass zwar einige Ideale verloren gegangen sind, aber 95 Prozent der Ideale seien erhalten geblieben. Da sei er sicher. Es gebe auch einige Widersprüche, jedoch überwiege in der Kooperative das Vorteilhafte gegenüber den Nachteilen. Auf die Frage nach den Notwendigkeiten bei MCC verwies er auf Probleme in den ausländischen Standorten der Kooperative. Es sei dort äußerst schwierig, beispielsweise die Arbeiter in Mexiko, China oder anderswo am Gewinn und am Eigentum zu beteiligen.

Bezüglich der gesellschaftlichen Transformation, die ebenfalls ein Grundziel von Genossenschaften darstellt, findet Lezamiz vor allem kleine Genossenschaften interessant. Er nennt Italien als Beispiel dafür, dass kleine Kooperativen viel mehr Wirkungen auslösen können, da sie eine andere Rolle im alltäglichen Leben einnehmen. Dagegen seien die MCC-Genossenschaften größtenteils Produktionsgenossenschaften außerhalb der Lebensräume der dort arbeitenden Menschen.

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Mondragon: Baskisches Genossenschaftssystem beweist Überlegenheit der Selbstverwaltung

Allgemein

Madrid/Vitoria-Gasteiz, 21. Dezember 2015 (geno). Spanien hat ein gesamtstaatliches und 14 regionale Genossenschaftsgesetze. Besondere Vorzüge weist das „La ley de cooperativas del Pais Vasco“ – das Kooperativengesetz im Baskenland aus. Musterbeispiel dafür sind die Mondragon-Genossenschaften, deren Statuten von fünf Grundsätzen geprägt sind: Arbeitsplatzbeschaffung, Vergütungssolidarität, gleichmäßige Kapital- und Gewinnverteilung sowie eine demokratische Betriebsorganisation. Letztere geht auch über den Rahmen des Unternehmens selbst weit hinaus und übt großen Einfluss auf die politische Regionalentwicklung aus. So enthält das 1982 vom baskischen Parlament erlasssene Genossenschaftsgesetz die Regelung, dass die Genossenschaftsvertreter in zahlreichen staatlichen und korporatistischen Gremien sitzen. So werden ihre Interessen bei regionaler Wirtschafts- und Sozialpolitik gewahrt. Am Beispiel Mondragon mit seiner Fabrikation von Haushaltsgeräten, Möbeln und Maschinen lässt sich eindrucksvoll nachweisen, dass dies ein Stabilitätsfaktor bei der Bewältigung von Krisen ist. Arbeitsplatzsorgen müssen sich die Mondragon-Mitglieder trotz der hohen Arbeitslosenrate im Baskenland nicht machen. Zudem ist der Dachverband baskischer Kooperativen über den „Consejo Superior de Cooperativas de Euskadi“ – Oberster Rat der Kooperativen des Baskenlandes – direkt an die Regierung angegliedert.

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EU-Harmonisierung für das deutsche Genossenschaftswesen? 

In fast allen Ländern der EU, ist Faszination für Genossenschaften „angesagt“. Diese Aussagen lassen sich mit der Kennziffer Geno-Ratio glaubhaft belegen und sprechen für sich. Die Geno-Ratio ist eine Vergleichskennziffer in der die Anzahl der Genossenschaften je 100.000 Einwohner ausgewiesen werden.Im direkten Vergleich zu Italien , müsste es in Deutschland ca. 82.800 Genossenschaften geben! Im Vergleich zu Spanien 35.200 im Vergleich zu Frankreich 28.700.Und wie reagiert die Politik auf diese Entwicklung?
Statt „Bürokratie-Abbau“ wird überlegt, noch mehr „Bürokratie-Aufbau“ den Genossenschaften aufzuerlegen. Seit 2013 liegt ein fertiges „Koop-Gesetz“ vor, das kleinen Genossenschaften „Gründungserleichterungen“ bringen sollte.

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Genossenschaftliche Identität im Zentrum – Weltkongress-Abbruch

Seoul/Brüssel, 3. Dezember 2021 (geno). Die genossenschaftliche Identität in all ihren denkbaren Facetten stand im Mittelpunkt des am Freitag in Seoul wegen eines Corona-Falls durch Koreas Gesundheitsbehörden abgebrochenen 33. Weltkongresses der Genossenschaften. Welches Gewicht dieses Thema für die Zukunft der Arbeit in sich birgt, erklärte der Direktor der in Genf ansässigen Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Guy Ryder.

Wie genossenschaftliche Identität zu einer tragfähigen Alternative im globalen Marktgeschehen gemacht werden kann, darüber referierten Idoia Mendia, stellvertretender Gouverneur der Baskischen Autonomieregion Spaniens, und Inigo Albizuri Zandazabal, Direktor für Öffentlichkeitsarbeit der auf der Iberischen Halbinsel verwurzelten MONDRAGON Genossenschaft und Präsident von CICOPA (Spanien).

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Platform Coops Workshop

Wie gründen wir eine PlatformCoop. Platform Coops sind Genossenschaften mit einem digitalen Geschäftsmodell. Das Ziel der internationalen Platform Coop Bewegung ist es, die Plattform-Ökonomie mit Plattform-Unternehmen wie Amazon, Facebook etc. neu zu strukturieren, sie fair und kooperativ zu gestalten.

“Wie gründe ich eine Platform Coop?” ist eine Frage, die dem Team der Platform Cooperatives Germany eG in den vergangenen Jahren immer wieder gestellt wurde. Das Team, bestehend aus Ela Kagel, Claudia Henke und Andreas Arnold hat bereits etliche Genossenschaften und Platform Coops gegründet bzw. bei der Gründung begleitet und möchte in diesem Workshop am Donnerstag, den 20. Mai diese Erfahrungen mit euch teilen. Das Team hat im letzten Jahr u.a. das Innovationsnetzwerk Platform Coops gemeinsam mit innovativen Partnerunternehmen einer neuen Generation von Genossenschaften gegründet mit dem Ziel ein kooperatives Ökosystem aufzubauen, aus dem neue Geschäftsmodelle und Pionierlösungen entstehen.

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