Online-Wahl von Vertretern beflügelt Mitbestimmung und Demokratie in Genossenschaften

Berlin/Münster, 27. Juni 2017 (geno). Die PSD Bank Westfalen Lippe eG ist eine der 14 selbständigen Direktbanken der PSD-Bankengruppe. Ihre Mitglieder wählen seit 2009 regelmäßig mit Digitaltechnik die Vertreter, die für ihre Interessen als Eigner in den Gremien der Bank eintreten. Das Know how zur Online-Wahl erstellt das Berliner Unternehmen Polyas, das Genossenschaften zu einer seiner Hauptkundengruppen zählt. Abgesehen von der hohen Effizienz und der enormen Papierersparnis einer Wahl per Mausklick sehen die kreativen Köpfe aus der bundesdeutschen Hauptstadt in den von ihnen entworfenen Wahl-Methoden auch einen spürbaren Demokratisierungssprung, um die satzungsgemäße Selbstverwaltung und Mitbestimmung der Genossenschaftsmitglieder praktisch umzusetzen. Insofern gehören neben Genossenschaften auch „ähnlich gestrickte“ Organisationen wie Kirchen, Kommunen, und Vereine zu den Nutzern von Polyas-Technik. Im Angebot ist nicht nur die Online-Wahl reinsten Wassers, sondern es gibt auch Kombinationsvarianten mit Briefwahl, Urnen-Wahl oder Live-Abstimmung.

Wie Polyas-Pressesprecherin Christine Kroke mitteilt, war das damals noch als VR Bank Westfalen-Lippe firmierende Kreditinstitut die erste Genossenschaft, zu der Geschäftsbeziehungen hergestellt wurden. Inzwischen gehören zehn Genossenschaften zur Kundschaft. Es handele sich dabei in erster Linie um Genossenschaftsbanken und Wohnungsbaugenossenschaften. Das digitale Wahlsystem eigne sich hervorragend für Modifikationen. Sogar Generalversammlungen könnten damit bestritten werden. Erst jüngst sei die große Mitglieder- und Hauptversammlung einer Verwertungsgesellschaft mit der Digitaltechnik bestritten worden. Auch international gebe es Interesse. So habe Polyas-Chef Ralf Müller im Herbst vergangenen Jahres auf dem internationalen Genossenschaftskongress in Kanada Kontakt zu einer großen kanadischen Genossenschaft  mit zehn Millionen Mitgliedern geknüpft. Kroke wies im Übrigen darauf hin, dass es Gespräche mit den Rechtsausschüssen verschiedener Genossenschaften gibt. Dabei gehe es um das Erstellen gemeinsamer Musterwahlordnungen. Ziel sei, das gegenwärtig „noch recht zerstückelte und individuell arrangierte System zu vereinheitlichen und damit verbindlicher zu machen.“

Die jüngste Wahl der Genossenschaftsvertreter der PSD Bank Westfalen-Lippe war für den Zeitraum 31. März 2014 bis 27. April 2014 als Listenwahl angesetzt. Dafür wurde vom Wahlausschuss eine Liste mit Vorschlägen für die künftige Vertreterversammlung aufgestellt. Per Mausklick waren die Mitglieder aufgerufen, ob sie der Liste zustimmen oder nicht. Die Anmeldung zur Teilnahme an der Online-Wahl erfolgte über die Homepage der PSD Bank. So konnten 43.591 Wahlberechtigte ihre Mitbestimmungsrechte – letztlich von jedem Aufenthaltsort der Welt her – ausüben. Für den Zugang zum Online-Wahlsystem erhielt jedes Genossenschaftsmitglied einen Benutzernamen sowie ein einmalig gültiges Passwort. Als Benutzername bietet sich bei einer Bank Kunden- oder Konto-Nummer an. Das Passwort-Unikat wurde von Polyas nach komplexen Sicherheitsalgorithmen erstellt.

„Die PSD Bank Westfalen-Lippe ist eine der ersten Banken in Deutschland, die ihre Vertreterwahl  innovativ und ressourcenschonend online durchführt“, sagt PSD-Vorstandsvorsitzender Reinhard Schlottbom zum Wahlprozedere. Das passe sehr gut zur Direktbank-Strategie und spiegele mit dem einhergehenden geringeren Papierverbrauch das Nachhaltigkeits- und Umweltbewusstsein der Bank perfekt wider. ++ (vv/mgn/27.06.17 – 126)

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