Unaufgeklärt in deutscher Agrargeschichte – 70 Jahre LPG Merxleben

Im vorliegenden Fall handelt es sich um die Gründung der ersten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) in der DDR. 22 sogenannte Neubauern hatten diese Kooperative in dem thüringischen Dorf bei Bad Langensalza vor sieben Jahrzehnten aus der Taufe gehoben. Wenige Wochen später wurde diese Initiative auf der Zweiten SED-Parteikonferenz zum Musterfall für die gesamte DDR-Landwirtschaft erklärt. Das von Staats- und Parteichef Walter Ulbricht dazu verkündete Verhaltensprinzip lautete: absolute Freiwilligkeit und Unzulässigkeit jeglichen Zwangs. Die Interpretation dessen lässt bis in die Gegenwart erhebliche Fragen offen.

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Bundesjustizministerin schweigt zu LPG-Transformationspraktiken

Die deutsche Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat ein am 25.August 2020 verfasstes und an die Bundesministerin direkt gerichtetes Schreiben von Lothar Giegling aus dem thüringischen Schleiz bis zum heutigen Tag nicht beantwortet. Das bestätigt der Autor des Briefes am Dienstag gegenüber der Redaktion GenoNachrichten. Im Mittelpunkt der Anfrage an das Bundesjustizministerium steht die rechtlich völlig irreguläre Umwandlung der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) der ehemaligen DDR. Nach Gieglings Auffassung handelt Deutschlands Justiz – insbesondere deren Verwaltungsgerichtsbarkeit – „im Namen der ostdeutschen Agrarlobby“, die sich bis heute mehrheitlich aus den Reihen der alten landwirtschaftlichen DDR-Bürokratie rekrutiert.

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