Bullay, den 16. Juni 2026. Die Jahresabschlüsse der Bankhaus RSA eG werfen eine Frage auf, die viele Mitglieder vor der anstehenden Fusionsentscheidung beschäftigen dürfte.

In den Jahresabschlüssen der Jahre 2021 bis 2023 wird die wirtschaftliche Lage der Bank durchgehend positiv dargestellt. Noch im Jahresabschluss 2023 wird ausdrücklich ausgeführt, dass die Risiken im Kreditgeschäft durch Einzel- und Pauschalwertberichtigungen abgesichert seien und bestandsgefährdende Risiken nicht erkennbar seien.

Für Mitglieder ergab sich daraus das Bild einer wirtschaftlich stabilen Bank.

Nur ein Jahr später folgt jedoch ein völlig anderes Bild. Im Jahresabschluss 2024 wird ein erheblicher Risikovorsorgebedarf festgestellt. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Bank wäre ohne Unterstützungsmaßnahmen von außen ernsthaft gefährdet gewesen. Auch der Aufsichtsrat selbst beschreibt die Entwicklung als überraschend und aus den Vorjahresberichten nicht erkennbar.

Wie kann eine solche Entwicklung innerhalb eines einzigen Geschäftsjahres entstehen?

Hierfür kommen im Wesentlichen zwei Erklärungen in Betracht.

► Entweder waren die Risiken bereits früher vorhanden, wurden jedoch nicht in einer Weise erkannt oder bewertet, die ihre tatsächliche Bedeutung erkennen ließ.

► Oder die Risiken wurden im Jahr 2024 erstmals mit einer deutlich höheren Prüfungsintensität oder nach veränderten Bewertungsmaßstäben untersucht.

Welche dieser Erklärungen zutrifft, ist derzeit offen.

Fest steht jedoch: Zwischen den Aussagen der Jahresabschlüsse 2021 bis 2023 und den Feststellungen des Jahres 2024 besteht ein erheblicher Bewertungsunterschied.

Für die Mitglieder ist diese Frage von erheblicher Bedeutung. Denn wer über die Verschmelzung seiner Genossenschaft abstimmen soll, darf erwarten, die wirtschaftliche Entwicklung seiner Bank nachvollziehen zu können.

Gerade deshalb verdient die Frage besondere Aufmerksamkeit:

Woher kommen die plötzlichen Verluste – und warum waren sie zuvor nicht erkennbar?

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