Afrikas zentralen Energie-Kurs bilden Genossenschaften

Addis Abeba, 11. Januar 2022 (geno). Energie ist der Schlüssel für regionale Wertschöpfung – insbesondere in Afrika. Genossenschaften spielen dabei die zentrale Rolle. Das lassen die beiden Energiebeauftragten des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) für Afrika, Bärbel Höhn und Josef Göppel, wissen. Die ehemalige Umweltministerin von Nordrhein-Westfalen und der Ex-Bundestagsabgeordnete der CSU sind die Protagonisten der Initiative Grüne Bürgerenergie für Afrika, die neben dem BMZ von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) getragen wird. Laut Höhn sollen in den nächsten zwei Jahren bis zu 1.000 Dörfer in geeigneten Regionen des afrikanischen Kontinents mit Strom versorgt werden. Genossenschaften sollen dabei die dominierende Organisationsform sein. In vielen Regionen gebe es gemeinschaftliche Ansätze, in anderen nicht. „Sinnvoll ist, Energieprojekte an vorhandene Strukturen anzudocken – an Kommunen, Genossenschaften, Kooperationen oder an lokalen Modellen. Dezentrale Energiesysteme benötigen die Teilhabe der Menschen vor Ort“, so Höhn.

Göppel verwies auf ein Wasserprojekt in Tansania am Fuße des Kilimandscharo, dessen genossenschaftlicher Ansatz sehr gut funktioniert. In anderen Gebieten des Landes seien die Menschen gegenüber Genossenschaften skeptisch, auch weil „sie ihnen politisch aufgedrückt wurden“. Er verwies auf die derzeit 900 Energiegenossenschaften in Deutschland, die in der Vergangenheit auch einen schweren Stand hatten, weil (Anmerkung der Redaktion) bekanntlich die politischen Rahmenbedingungen nicht stimmen. Dennoch sei die Wertschöpfung vor Ort durch Bürgergenossenschaften ein urkonservatives Anliegen, das auch für afrikanische Kommunen und Dorfgemeinschaften interessant ist.

Schwerpunktländer für die Initiative „Grüne Bürgerenergie“ sind neun Staaten Afrikas: Senegal, Elfenbeinküste, Ghana, Benin, Äthiopien, Sambia, Mozambique, Namibia und Uganda. Die diversen Projekte eint die Idee, dass die Menschen vor Ort ihr Leben nur mit Hilfe erneuerbarer Energien verbessern können. ++ (af/mgn/11.01.22 – 007)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

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