Robert Owens Aktualität – Zerrbild der Genossenschaftsidee droht

Glasgow/Köln, 14. Mai 2021 (geno). “Manche seiner Ideen und Projekte wurden in den 1830er Jahren von der Gewerkschafts- und Genossenschaftsbewegung aufgegriffen.” Gemeint ist der britische Sozialreformer Robert Owen, der vor genau 250 Jahren in Wales als sechstes von sieben Geschwistern das Licht der Welt erblickte. Der am 14. Mai 1771 geborene Unternehmer der Frühindustrialisierung betrachtete Arbeiter als lebende Maschinen, die man behutsam pflegen muss. So lässt Rolf Wiggershaus am Freitag im Deutschlandfunk wissen. Die Arbeiterbewegung, die jedoch bald vom “Manchesterkapitalismus” verschlungen wurde, sei von Owens Ideen inspiriert gewesen.

Friedrich Engels nannte den Waliser Genossenschaftspionier einen Reformator. Von 1800 bis 1825 leitete Owen die große Baumwollspinnerei von New Lanark in Schottland mit solchem Erfolg, der ihm europäischen Ruf verschaffte. Er versetzte die Leute in menschenwürdige Umstände und ließ namentlich die heranwachsenden Generationen sorgfältig erziehen, so Engels. “New Lanark wurde zur vielbesuchten und weithin bekannten Mustersiedlung. Als die Produktion wegen eines amerikanischen Baumwollembargos monatelang stillstand, entließ er niemanden und zahlte weiter Lohn. “Er sorgte für kürzere Arbeitszeiten, bessere Wohnungen für Familien und dafür, dass erst nach einem Jahrzehnt des Spiels und der Bildung für Kinder die Zeit der Arbeit begann.”

Nach dem Niedergang der Gewerkschafts- und Genossenschaftsbewegung wurde er immer mehr zu einem sich wiederholenden Prediger, schlussfolgert der Autor. Als auf die Revolutionen von 1848 eine lange Blütezeit des Kapitals auf Kosten des Proletariats folgte, sei er zum Redner ohne Publikum und schließlich zum Anhänger des Spiritismus geworden.
Dieser Feststellung folgend drängen sich unwillkürlich Parallelen zur Gegenwart auf. Ausgerechnet im Raiffeisenmusterland wird die Genossenschaftsidee mehr als eingetrübt – sogar missbraucht, instrumentalisiert und zum Zerrbild verhunzt. ++ (gb/mgn/14.05.21 – 062)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

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