Genossenschaftliches Bauen statistisch unterbelichtet

Berlin, 23. Februar 2021 (geno). Genossenschaftlicher Wohnungsbau ist in Deutschland unterbelichtet. Er steht nicht im Zentrum einer breiten Aufmerksamkeit. Bewiesen wird das allein durch die Tatsache, dass die diversen Statistiken auf allen bekannten Ebenen genossenschaftliches Bauen regelrecht ignorieren. Das betrifft sowohl die von staatlichen Behörden erfassten Daten – bis hin zu dem in Wiesbaden ansässigen Statistischen Bundesamt samt den 16 Landesämtern für Statistik – einerseits als auch die Zahlenerhebung der Wohnungswirtschafts– und Genossenschaftsverbände.

Dieses seltsame Phänomen wird erneut deutlich bei der am Dienstag in Berlin öffentlichkeitswirksam vorgestellten Bilanz des vor zweieinhalb Jahren veranstalteten Wohngipfels der Bundesregierung. Es sind allseits Spitzenerfolge und Rekorde erzielt worden, wenn dem Bundesbauminister Horst Seehofer zu glauben wäre. Seinen Worten zufolge sind im vergangenen Jahr 2020 – trotz Pandemie – 300.000 Wohnungen gebaut worden. Das sei die Bestmarke der vergangenen 20 Jahren. Zudem gebe es einen “Bauüberhang” von 770.000 Baugenehmigungen. Insofern sei das Ziel, in der laufenden Legislaturperiode 1,5 Millionen Wohnungen zu errichten, fast locker zu erreichen. Dafür stünden allein für diesen Vier-Jahres-Zeitraum fünf Milliarden Euro allein vom Bund zur Verfügung.

Kaum ist die frohe Botschaft von den politischen Kanzeln verkündet, wird von verschiedenen Seiten umgehend Wasser in den Wein gegossen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) merkt an, dass die “Wohnbauoffensive” der Bundesregierung zu keiner Entspannung auf dem Wohnungsmarkt geführt hat. Dazu sei de facto der Bau von 350.000 bis 400.000 Wohnungen pro Jahr nötig. Das der Wirklichkeit am nächsten kommende Urteil stammt von einem Liberalen. Die Stagnation, der auch der Genossenschaftsbau zum Opfer gefallen sei, geht auf die gnadenlose Konkurrenz aller Beteiligten gegeneinander zurück. Kooperation ist besser, so der Obmann im Bundestags-Bauausschuss Daniel Föst. ++ (wg/mgn/23.02.21 – 025)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

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