Berlin/Hamburg, 2. Januar 2026 (geno) Die Genossenschaftsidee ist auf dem steinigen Weg in die Hölle. Sie wird klammheimlich und systematisch demontiert. Das hat sie nicht verdient.
Vor zehn Jahren wurde ihr ein Platz im Olymp zugewiesen, indem sie als erstes deutsches, historisch mustergültiges und der Demokratie zugewandtes Projekt in der Walhalla des immateriellen UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen worden ist. Dort steht sie nun und muss stumm den Spott derer ertragen, die ihre Spitzenplatzierung selbst angestoßen und veranlasst haben. Die Initiatoren schmücken sich gern und ausgiebig mit den Kerngedanken der Genossenschaftsidee, schütten jedoch mit ihrem Handeln kübelweise Schmutz über diese grandiose Rechtsform, die mit ihren Grundprinzipien Selbstverwaltung, Selbsthilfe und Selbstverantwortung das Ideal einer zukunftsträchtigen gesellschaftlichen Existenzform verkörpert. Besonders eindrucksvoll wird dieser diffamierende Zerstörungsprozess dokumentiert durch die seit Jahren laufende Fusionswelle von Genossenschaftsbanken.
Auch andere Genossenschaftsbereiche bleiben nicht verschont: Beispielsweise kranken Tausende ehemalige Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) der DDR seit rund 30 Jahren an den seltsamen juristischen Umwandlungsbestrebungen ihrer ehemaligen Vorstände und den von ihnen engagierten West-Anwälten, die kurzfristige Profite durch Vermögensentziehung gegenüber den ostdeutschen Bauern und Genossenschaftsmitgliedern erpressten. Ähnliches gilt für die ostdeutschen Wohnungsgenossenschaften.
Die Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH) der DDR sind nur teilweise betroffen, weil sie sich stärker um die Bewahrung ihrer in den Unternehmen ruhenden Vermögen bewusst waren und darum kämpften. Dass in Genossenschaften auch die Hoffnungen der letzten DDR-Regierung lagen, bestätigt deren Wirtschaftsministerin, Prof. Christa Luft. Einzelheiten zu der dem Fortbestand der ostdeutschen Wirtschaft dienenden Aktivitäten habe DDR-Minister Wolfgang Ullmann und seine Schweizer Berater vorgeschlagen. Ihr Argumentations-Fundament bildeten Studien und Analysen aus der Akademie der Wissenschaften der DDR. Mittelstand und Genossenschaften hätten beste Zukunftsaussichten gehabt. ++ (gi/mgn/02.01.26 – 1)
www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn)



