Berlin/Bullay, den 10.September 2016. Beim Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken steht ein von Insidern schon lange erwartetet Wechsel an der Spitze bevor.
Nach einem Exklusivbericht des Branchenportals Finanz-Szene, der auch vom Handelsblatt bestätigt wurde, hat BVR-Präsidentin Marija Kolak angekündigt, nach Ablauf ihrer derzeitigen Amtszeit Ende 2027 nicht mehr für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung zu stehen. Einen vorzeitigen Rücktritt soll es dagegen nicht geben.
Nach Informationen des Branchenportals Finanz-Szene, die auch vom Handelsblatt bestätigt wurde, informierte Marija Kolak zunächst den Verwaltungsrat des BVR und anschließend den Verbandsrat über ihre Entscheidung.
Ihr bis Ende 2027 laufender Vertrag soll regulär erfüllt werden. Danach will Kolak nach nahezu zehn Jahren an der Spitze des BVR ein neues berufliches Kapitel beginnen.
Der BVR hatte Kolaks Vertrag bereits im Jahr 2021 vorzeitig verlängert. Ihre zweite Amtszeit begann im Januar 2023 und läuft bis Dezember 2027. Seit Januar 2018 steht sie als Präsidentin an der Spitze des Bundesverbandes.
Nach dem Bericht von Finanz-Szene bedauert der Vorsitzende des BVR-Verwaltungsrats, Wolfgang Altmüller, die Entscheidung. Altmüller wurde Anfang 2026 erneut zum Vorsitzenden des BVR-Verbandsrats gewählt. Der Verbandsrat legt nach Angaben des BVR die allgemeinen Richtlinien für die Tätigkeit des Verbandes fest und entscheidet über die strategische Ausrichtung der Gruppe.
Führungswechsel in einer wichtigen Phase. Der angekündigte Rückzug kommt zu einem Zeitpunkt, an dem innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe weitreichende Veränderungen vorbereitet beziehungsweise bereits umgesetzt werden.
Unter dem Projekt „Geno Next Level“ arbeitet der BVR an der strategischen Weiterentwicklung der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Dazu gehören insbesondere die Reform der Institutssicherung, Fragen eines gruppenweiten Risikomanagements und Veränderungen der Governance innerhalb des Verbundes.
Auch die Reform der Sicherungseinrichtung gehört zu den zentralen Vorhaben. Damit stellt sich zwangsläufig die Frage, welche personelle und strategische Ausrichtung der BVR nach 2027 erhalten wird.
Noch keine Hinweise auf einen vorzeitigen Rückzug. Die Überschrift „Kolak kündigt ihren Rückzug an“ darf nicht dahin missverstanden werden, dass die BVR-Präsidentin ihr Amt kurzfristig niederlegt.
Nach den bislang vorliegenden Informationen will sie ihre laufende Amtszeit bis Ende 2027 vollständig erfüllen. Eine eigene öffentliche Pressemitteilung des BVR zu ihrer Entscheidung lag zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrages noch nicht vor. Der Bericht von Finanz-Szene enthält allerdings konkrete Angaben zu internen Unterrichtungen sowie Stellungnahmen aus dem BVR, die vom Handelsblatt teilweise bestätigt wurden.
Wer folgt auf Marija Kolak? Die spannendste Frage dürfte nun sein, wer ab 2028 die Führung des BVR übernimmt.
Dabei geht es nicht nur um eine Personalentscheidung. Der BVR nimmt innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe erheblichen Einfluss auf strategische Fragen, die Sicherungssysteme und die politische Interessenvertretung der Volks- und Raiffeisenbanken. Allerdings handelt es sich bei dem BVR um einen Bankenverband und nicht um einen gesetzlich bestellten Prüfungsverband.
Gerade deshalb wird von Bedeutung sein, ob ein personeller Wechsel an der Spitze auch zu einer Veränderung der bisherigen Verbundstrategie führt oder ob der eingeschlagene Kurs fortgesetzt wird. Laut igenos gab es in der Genossenschaftsorganisation auch Kritik an dem Führungsstil und dem massiven Einfluss des BVR auf die genossenschaftlichen Prüfungsverbände. Ein Insider berichtet den Geonachrichten dazu: Wir verdienen unser Geld doch überwiegend mit den GenoBanken. Entsprechend groß ist auch Einfluss auf unsere Geschäftspolitik.
Aus Sicht der Genossenschaftsmitglieder wird dabei insbesondere zu beobachten sein, welchen Stellenwert künftig die Eigenständigkeit der einzelnen Genossenschaften, die genossenschaftliche Selbstverwaltung und die Rechte der Mitglieder innerhalb einer zunehmend stärker koordinierten FinanzGruppe erhalten. Die BVR Fusionspolitik ist ja nicht unumstritten.
Ein Zusammenhang zwischen Kolaks Entscheidung und den aktuellen Reformprojekten und der Fusionspolitik des BVR ist bislang nicht belegt und sollte ohne weitere Tatsachen auch nicht unterstellt werden.

Die GenoNachrichten werden die weiteren Entwicklung und insbesondere die Frage der Nachfolge an der BVR-Spitze thematisch begleiten. GenoLeaks freut sich weiterhin über Deine Hinweise.
Quellenhinweis: Finanz-Szene-Newsletter vom 10.09.2026; öffentliche Informationen des BVR zur Amtszeit von Marija Kolak und zur Verbandsorganisation. Stand des Beitrags: 10.09.2026. Handelsblatt: 10.09.2026
Weitere Hintergrundinformation zum Thema BVR- Fusionspolitik finden Sie unter igenos-medien.de



