Salzburger Land auf Genossenschaftskurs

Salzburg, 9. November 2022 (geno). Die Gemeinden im Salzburger Land befinden sich auf Genossenschaftskurs. Aus Not, weil die Dorfläden aussterben. Wie die Wiener Zeitung „Der Standard“ am Dienstag in einem ganzseitigen Bericht schildert, gilt der Dorfladen als deren Herz. Er sei wichtig für die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums und die Lebensqualität der Menschen in den Dörfern. „Doch vor allem kleine Gemeinden tun sich schwer, jemanden für den Betrieb von Lebensmittelmärkten zu finden. Ende 2023 könnten weitere 400 Gemeinden ohne Nahversorger dastehen. Für Supermarktriesen sind diese Standorte meist zu wenig ertragreich.“ Die österreichische Wirtschaftskammer (WKO) warne vor einer Schließungswelle bei den selbstständigen Lebensmittelhändlern. Derzeit gebe es laut WKO in 600 Gemeinden kein Lebensmittelgeschäft mehr. Einige Salzburger Gemeinden setzten auf neue Modelle, um den letzten Laden im Ort zu halten. Genossenschaften stehen im Fokus.

„Der Standard“ erläutert die Situation an einem aktuellen Beispiel. In St. Margarethen im Lungau drohte das letzte Lebensmittelgeschäft zu verschwinden, nachdem die bisherige Betreiberin Ende September zusperrte. Eine Nachfolge fand sich nicht. Doch die Kommune wollte sich nicht damit abfinden und hat im Oktober eine Genossenschaft gegründet. „Wir sind von Haus zu Haus gegangen und haben gefragt, ob sie mittun wollen“, sagte Bürgermeister Johann Lüftenegger. Von den insgesamt 720 Einwohnern seien nun 200 Mitglieder der Kooperative. „Sie zahlen jährlich 50 Euro, die sie in Form von Gutscheinen zurückbekommen, und einen Genossenschaftsbeitrag von 20 Euro. Die Gemeinde übernimmt die Miete für das Geschäftslokal und schießt zusätzlich 7.500 Euro pro Jahr zu.“ ++ (sz/mgn/09.11.22 – 202)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redakton: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

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