Deutsche Gerichte löschen jährlich mehr als 200 Genossenschaften

Berlin, 8. August 2018 (geno). Deutschlands Gerichte löschen pro Jahr mehr als 200 Genossenschaften aus ihren Handelsregistern. Im Jahr 2016 wurden 236 Genossenschaften amtlich getilgt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung vom 25. Juli 2018 auf eine Kleine Anfrage einer Gruppe von Bundestagsabgeordneten der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor, die jetzt bekannt wurde. Aktuellere Zahlen des Berichtsjahres 2017 lägen der Bundesregierung derzeit noch nicht vor. ( Aktuelle Zahlen liefern die Genonachrichten vom 28.02.2018)  Im Jahre 2015 wurden 209 Genossenschaften gelöscht. 2014 waren es 266. Die Bundesregierung merkt jedoch an, dass die Löschung einer Genossenschaft nicht unbedingt deren Auflösung bedeutet. Beispielsweise folge aus der Sitzverlegung einer Genossenschaft lediglich der Wechsel der Zuständigkeit des Registergerichts.

Zur Insolvenzanfälligkeit von Genossenschaften gibt es nach Angaben der Bundesregierung in der Antwort keine Einschätzung. Sie verweist stattdessen auf eine sehr aktuelle Statistik des Unternehmens Creditreform. Danach betrug die Insolvenzquote bei Genossenschaften im ersten Halbjahr dieses Jahres nur 0,1 Prozent. Sie liegt damit weit unter dem Durchschnitt der Gesamtinsolvenzen aller Unternehmens-Rechtsformen. 

Das vorwiegend vom Bundesjustizministerium erarbeitete 20seitige Dokument lässt darauf schließen, dass die Informationslage über das deutsche Genossenschaftswesen teilweise sehr lückenhaft ist. Dennoch ist ablesbar, dass die Bundesregierung sich dem Thema Genossenschaften stärker zuzuwenden beabsichtigt. So will sie unter Einbeziehung von Genossenschaftsvertretern den “Bedarf an Rechtsklarheit in Bezug auf die Vereinbarkeit des Kartellrechts weiter konkretisieren”. Jedoch komme die häufig diskutierte Abschaffung der Pflichtprüfung nicht in Betracht. Allerdings werde ein in jüngerer Zeit auch der durch die Medien bekanntgewordene Fall einer insolventen Genossenschaft zum Anlass genommen, um zu prüfen, ob und gegebenfalls welche Maßnahmen erforderlich seien, um die Aufsicht im Bereich der Genossenschaften zu verbessern. Derzeit lägen noch keine umfassenden gesicherten Erkenntnisse zu dem Fall vor. ++ (br/mgn/08.08.18 – 155)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

Weitere Nachrichten zum Thema: Genossenschaften löschen  Hamburg, 28. Februar 2018 (geno). Die Statistik des Zentralverbandes deutscher Konsumgenossenschaften (ZdK) für das Jahr 2017 ist ernüchternd. Es herrscht Stagnation. Insgesamt wurden 188 Genossenschaften neu in die Genossenschaftsregister eingetragen.  Das sind sechs mehr als im Vorjahr. Dem stehen insgesamt 185 Löschungen gegenüber. Somit gibt es im Vergleich zum Jahr 2016 nur drei Genossenschaften mehr.

Von den 188 Neugründungen stehen 26 unter dem Dach des ZdK. In den vergangenen zehn Jahren hat der ZdK 282 Neugründungen unterstützt. Dadurch ist die Zahl der ZdK-Mitglieder zum 31. Dezember 2017 auf 448 Unternehmen – darunter 424 eingetragene Genossenschaften (eG) – gewachsen. Der Anteil des ZdK an Neugründungen beträgt 13 Prozent.

Mit Blick auf die Löschungsgründe sind 44 Prozent nach erfolgter Liquidation gestrichen worden. Das waren 81 Genossenschaften, 16 mehr als 2016. Zweiter Löschungsgrund mit 32 Prozent ist die Verschmelzung mit anderen Genossenschaften, insbesondere Kreditgenossenschaften. Das waren 60 Genossenschaften, fünf mehr als 2016. Knapp jede fünfte Genossenschaft (19 Prozent) wurde dagegen von Amts wegen aufgrund Vermögenslosigkeit getilgt.

Die vom ZdK ausgewerteten Daten stammen aus den Bekanntmachungen der Genossenschaftsregister, die über das Portal des Bundesanzeigers www.unternehmensregister.de einsehbar sind. ++ (st/mgn/28.2.18 – 043)www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel.0176 / 26 00 60 27  www.igenos.de,  www.genossenschaftswelt.dewww.coopgo.de, www.geno-bild.de 

 

 

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