Bullay, den 7.03.2026. Gerade deshalb ist Gammesfeld für die aktuelle Debatte über Fusionen so interessant. Der deutsche Konzentrationsprozess wird häufig mit Regulierung, Fixkosten, IT, Meldewesen und Risikomanagement begründet. Diese Faktoren sind real. Doch Gammesfeld erinnert daran, dass eine Alternative denkbar ist: gemeinsame Infrastruktur im Verbund, aber Erhalt des Rechtsträgers dort, wo Risikoprofil und Komplexität dies zulassen. Anders gesagt: Es wäre denkbar, Stabilität über geteilte Systeme zu organisieren, ohne automatisch die regionale Selbstständigkeit aufzugeben.
Gammesfeld ist damit weniger Nostalgie als Prüfstein. Es zwingt zu einer präziseren Frage: Wollen wir in der Genossenschaftsorganisation die Kategorie „klein“ grundsätzlich als Problem behandeln – oder unterscheiden wir zwischen klein und komplex einerseits und klein und einfach andererseits? Wenn die Antwort nur noch „Fusion“ lautet, droht die genossenschaftliche Idee an einem Punkt zu erodieren, der für sie zentral ist: an der erlebbaren Selbstständigkeit als Mitgliederunternehmen.
Gammesfeld zeigt: Kleine Genossenschaftsbanken können bestehen – nicht gegen jede ökonomische Logik, aber gegen die bequeme Pauschalformel, dass es keine Alternative zur Größe gebe.
Und genau deshalb ist dieses Institut mehr als eine Kuriosität. Es ist eine Erinnerung daran, was Genossenschaft im Ursprung ausmacht: Überschaubarkeit, Verantwortung, Nähe – und die Freiheit, es anders zu machen.



