Schwerin/Berlin, 20. Januar 2026 (geno). Die neuen Strukturen in der östlichen Landwirtschaft sind letztlich die alten Strukturen  und die Fortsetzung der alten politischen Macht der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) mit neuen Mitteln. So charakterisierte der Chef der Zentralen Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität (ZERV), Manfred Kittlaus, treffend den „Wandel“ der DDR-Landwirtschaft in den 1990er Jahren vor dem Deutschen Bundestag. Das geschah vor dreißig Jahren.

Es hat einfach keine grundlegende Landwirtschafts-Reform Tausender Genossenschaften „sozialistischen Typus‘“ stattgefunden. Viel beschworene „Bauernkriege“ wurden vermieden. Es wurde allumfassend „süße Sahne“ über das modernde Agrar-Gespinst in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) gegossen. Maßgebliche Zuckerbäcker waren Wolfgang Schäuble (BRD) und Günther Krause (DDR), denen es nur um möglichst schnelle und störungsfreie Übernahme und Übergabe des Staates DDR ging.

Aufklärung über den gigantischen Betrug an den Anteilseignern der ostdeutschen Agrar-Genossenschaften und den Grundstücksinhabern wurde nur in seltenen und sparsamen Dosen verabreicht. Es blieb ein völlig unbeackertes Feld. Prof. Walter Bayer von der Friedrich-Schiller-Universität Jena analysierte im Jahr 2002 die sumpfartige Misere, die immer stärker ihrem Siedepunkt entgegenstrebt, und kennzeichnete sie kurz und knapp als „Staatsversagen“. Nicht einmal das juckt die zuständigen Bundes- und Landespolitiker. 

Es schlummern also im Boden der ehemaligen DDR massenweise gefährliche Zeitbomben mit enormer Sprengkraft, die wesentlich früher explodieren können und sollten als die immer noch in der Ostsee ruhenden Munitionsberge aus dem Zweiten Weltkrieg. ++ (bl/mgn/20.01.26 – 009)

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