Denkmalschutz und preiswertes Wohnen in Genossenschaften kein Widerspruch

München, 31. Mai 2022 (geno). Denkmalschutz und preiswertes Wohnen müssen sich nicht widersprechen. Dass dies durchaus möglich und miteinander vereinbar ist, beweist eine betagte Münchner Wohnungsgenossenschaft eindrucksvoll. So saniert die 1909 gegründete Verein für Volkswohnungen eG (VfV) derzeit ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Andreestraße umfassend. Dabei wird an dem Altbau aus dem Jahr 1913 ein Außen-Aufzug installiert. Die Sanierungs-Arbeiten sollen im Frühjahr 2023 abgeschlossen sein.

Wie die in der Wohnungsgenossenschaft tätige Architektin Susanne Missbach am Dienstag gegenüber der Redaktion GenoNachrichten mitteilt, liegt der Grund für das weitgehend störungsfreie Verhältnis zwischen den Denkmalschutzbehörden und den Bauverantwortlichen der Wohnungsgenossenschaft in der bayrischen Landeshauptstadt in engen konstruktiven Absprachen und bautechnischen Abstimmungen beider. Im vorliegenden Fall „schlägt Barrierefreiheit den Denkmalschutz“, formuliert Missbach zwar ein wenig lax, aber überzeugend. Dennoch habe das Denkmalamt keine erkennbaren Abstriche von seinen engen und hohen Auflagen zugestehen müssen. Einen wichtigen Ausschlag für die Baugenehmigung seitens der Denkmalschützer habe der Tatbestand ausgemacht, dass der besonders für behinderte oder ältere Bewohner notwendige Lift an der Innenhof-Seite des Gebäude platziert wird. Andere Denkmalschutz-Auflagen – wie beispielsweise der Einbau von Holzfenstern – seien selbstverständlich ebenfalls kostensteigernd. Dennoch gelinge es der Genossenschaft, die Nutzungsgebühr pro Quadratmeter Wohnfläche deutlich unter dem Durchschnittspreis des Münchner Mietspiegels von 20 Euro zu halten.

Nach den Worten der Architektin stehen drei der insgesamt elf VfV-Wohnanlagen unter Denkmalschutz. Gemessen an der Zahl der insgesamt rund 1.600 Genossenschaftswohnungen seien das schätzungsweise 20 bis 30 Prozent. Natürlich verfüge der Verein für Volkswohnungen auch über Wohnungsbestände aus den 1980er Jahren und noch ganz junge Neubauten beispielsweise aus dem Jahr 2019. ++ (wg/mgn/31.05.22 – 082)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27)

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