Landflucht: Genossenschaftsbank der Rückzug aus der Region 

Die anhaltende Fusionswelle unter den Genossenschaftsbanken betrifft vor allem die ländlichen Regionen. Die sogenannte Strukturbereinigung wird vom Bundesverband der Volks-und Raiffeisenbanken BVR zentral gesteuert.  Wie GenoLeaks bereits 2018 berichtete, ist der Ablauf einer Fusionen weitgehend automatisiert
Die Mitglieder werden in der Generalversammlung / Vertreterversammlung dazu überredet,  ihre Genossenschaft aufzulösen und das Genossenschaftsvermögen an die übernehmende Genossenschaft zu übertragen.  Die Argumente sind identisch. Rückläufige Erträge und hohe Aufwendungen für Bürokratie. Es wird auch regelmäßig versäumt die hinreichend bekannten Alternativen zur Fusion bekannt zu geben. Laut Presseinfo findet die Fusion auf Augenhöhe statt. Die Genossenschaftsanteile werden 1:1 getauscht. An dem inneren Wert ihres Unternehmens werden die Mitglieder nicht beteiligt. Dieser wird in dem Verschmelzungsgutachten des Prüfungsverbands auch gar nicht erst berücksichtigt. Das Verfahren hat sich bewährt, die BaFin hat immer zugeschaut. Das heißt die Rücklagen und Werte der Bankgenossenschaft werden an den Fusionspartner übertragen, die Genossenschaftsmitglied erhalten keinerlei Wertausgleich. Nach einer Schamfrist von 5 Jahren, so lange haften die Genossenschaftorgane der aufgelösten Genossenschaft noch, werden die letzen Filialen geschlossen und die regionale Bankfiliale vor Ort ist Geschichte.   Der Bankgenosse bringt es auf den Punkt und beschreibt den geordneten Rückzug aus der Fläche: “ Täbingen, ein idyllischer Ort auf dem kleinen Heuberg ist jetzt noch idyllischer: Seit Januar 2017 ist die Teilgemeinde des württembergischen Städtchens Rosenfeld völlig frei von Banken und bankähnlichen Strukturen. Die nicht gerade für Kundenfreundlichkeit bekannte Volksbank Hohenzollern-Balingen, die sich die frühere Raiffeisenbank Täbingen in mehreren Fusionsstufen einverleibt hatte, hat nun in Täbingen ganze Arbeit geleistet. Nicht nur die örtliche Filiale wurde dicht gemacht – auch den Kontoauszugdrucker und den Geldautomaten haben die genossenschaftlichen Plünderer gleich mitgenommen. „Bargeldlos durch die Nacht“ lautet seither der Gassenhauer in Täbingen – in Anlehnung an den Hit von Helene Fischer.

Ein Überbleibsel gibt es noch, das in Täbingen noch an die Zeiten erinnert, als es noch Zugang zu einer Bank gab: Das Straßenschild der „Raiffeisenstraße“. Ob die Täbinger dieses Schild nun noch sehen wollen oder ob es schon bald einen Antrag für die Umbenennung der „Raiffeisenstraße“ geben wird, ist im Moment noch nicht abzusehen. Vorschläge für den neuen Straßennamen nimmt die Ortsverwaltung Täbingen entgegen oder können über die Kommentarfunktion hier im Bankgenossen abgegeben werden. Durch ihren rücksichtslosen Rückzug hat die Volksbank Hohenzollern-Balingen getreu ihrem Werbeslogan den Weg frei gemacht für die Umbenennung der Straße. Für den Wechsel der Kunden zu einer anderen Bank übrigens auch.“ 

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