Finanz-Kaserne mutiert zu sozialgenossenschaftlichem Zentrum

Bolzano, 16. Dezember 2021 (geno). Die VISO-Sozialgenossenschaft Vinschgau hat in Mals (Südtirol) eine ehemalige Finanz-Kaserne (FinKa) zu einem Zentrum der solidarischen Ökonomie umgerüstet und umfunktioniert. Über das ökologische Konzept und die Geschichte des historischen Gebäudes berichtet VISO-Präsident Sascha Plangger im jüngsten Newsletter von Coopbund Alto Adige Südtirol. „Wir kooperieren dabei auch eng mit dem Arbeitsvermittlungszentrum und mit den Sozialreferentinnen der Gemeinden. Es gibt dabei viele Beispiele wie vor allem auch sozio-ökonomisch bnachteiligte Menschen in Arbeit gebracht wurden.“ So sind Dienstleistungen in den Kommunen aufgebaut worden und unterschiedliche Arbeitsplätze vor Ort entstanden.

Auf einer Mitgliederversammlung der Genossenschaft wurde diskutiert und beschlossen, in der Ex-Kaserne ein Hostel einzurichten und die Umgestaltung nach dem Prinzip des nachhaltigen Bauens zu vollziehen. Nach den Worten von Plangger ist die „Seele der damaligen Finanzkaserne“ zu spüren. Sie wurde 1968 erbaut. Die damals in der Kaserne stationierten „Finanzer“ stammten mehrheitlich aus Süditalien, die das Leben und die Witterung in den Bergen nicht gewohnt waren. Für die jungen Männer sollte die Finanz-Kaserne ein Ort sein, an dem sie sich heimisch und wohl fühlen. Schon damals stand das Sich-Heimisch-Fühlen und das Gemeinschaftsleben im Vordergrund. Diese Atmosphäre soll auch in der heutigen FinKa fortleben.

Der VISO-Präsident gibt weitere Einblicke in die Historie des Gebäudekomplexes: „Die Hauptaufgabe der Finanzkompanie in Mals waren die Grenzsicherung und die Unterbindung des Schmuggels. In der Zwischenkriegszeit und nach dem Zweiten Weltkrieg war der Schmuggel für die arme Vinschger Bevölkerung ein lukratives Geschäft. Den Finanzern war es bewusst, dass der Schmuggel oft die einzige Einnahmequelle für die Einheimischen war und dass sie dieser Tätigkeit aufgrund ihrer existetiellen Not nachgingen. Den Finanzern lag nichts daran, die jungen Männer und Väter ins Gefängnis zu werfen und so die Lebensgrundlage ganzer Familien zu zerstören. Erwischten sie einen Schmuggler, so konfiszierten sie die Ware und ließen den Ertappten wieder laufen.“ Die meist aus dem armen Süden stammenden und in Mals stationierten Finanzpolizisten zeigten für die Lebensrealität und das Prekariat der Vinschger Bevölkerung großes Verständnis. ++ (sg/mgn/16.12.21 – 157)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

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