Genossenschaftliche Identität im Zentrum – Weltkongress-Abbruch

Seoul/Brüssel, 3. Dezember 2021 (geno). Die genossenschaftliche Identität in all ihren denkbaren Facetten stand im Mittelpunkt des am Freitag in Seoul wegen eines Corona-Falls durch Koreas Gesundheitsbehörden abgebrochenen 33. Weltkongresses der Genossenschaften. Welches Gewicht dieses Thema für die Zukunft der Arbeit in sich birgt, erklärte der Direktor der in Genf ansässigen Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Guy Ryder.

Wie genossenschaftliche Identität zu einer tragfähigen Alternative im globalen Marktgeschehen gemacht werden kann, darüber referierten Idoia Mendia, stellvertretender Gouverneur der Baskischen Autonomieregion Spaniens, und Inigo Albizuri Zandazabal, Direktor für Öffentlichkeitsarbeit der auf der Iberischen Halbinsel verwurzelten MONDRAGON Genossenschaft und Präsident von CICOPA (Spanien).

Durch den vorzeitig vor Ort beendeten Präsenz-Kongress des Weltgenossenschaftsverbandes (ICA) wird der weltweite Dialog nunmehr in die digitale Sphäre verlagert und dort verstärkt geführt. Der ICA-Vorstand hat eine Beratungsgruppe unter Alexandra Wilson gebildet, um die integrative und demokratische Debatte fortzusetzen. Die Kongressplattform bleibt bis zum 18. Februar 2022 geöffnet, damit Reden, Vorträge und Diskussionsbeiträge umfassend nachvollzogen werden können.

Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass bereits im Vorfeld des Weltkongresses ein intensiver Informations-, Erfahrungs- und Meinungsaustausch stattgefunden hat. Beispielsweise hatte die Internationale Organisation der Industrie- und Dienstleistungsgenossenschaften (CICOPA) Anfang November dieses Jahres ein Webinar veranstaltet, an dem sich mehr als 40 Teilnehmer beteiligten. Dabei wurde anhand von Fallstudien zweier Arbeitergenossenschaften aus unterschiedlichen Branchen dargestellt, wie Arbeitergenossenschaften ihre Netzwerke aufbauen und ihre Tätigkeit grenzüberschreitend ausbauen. In Bulgarien entstand innerhalb weniger Monate aus mehreren Dienstleistungsgenossenschaften von 80 Personen ein internationaler Kooperationsverbund von 140 Mitgliedern aus 16 Ländern. Darüber berichtete Naska Jankova. Lorenzo Giorelli schilderte anhand der Arbeitergenossenschaft Ceramique Noi aus der italienischen Keramikindustrie, wie die Mitarbeiter mittels Worker’s Byout (WBO) Maschinen und Betriebsmittel kauften, eine Arbeiterkooperative gründeten und die Produktionsverlagerung nach Armenien mit seinen Niedriglöhnen verhinderten. Die genossenschaftliche Firmenkonstruktion hat sich auch unter den Pandemie-Bedingungen bewährt. ++ (wc/mgn/03.12.21 – 148)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

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