Deutsche Transport-Genossenschaft an EWT Schiffahrtsgesellschaft beteiligt

Duisburg, 16. August 2018 (geno). Deutsche Transportgenossenschaft.  Trockenheit und Hitze streben in diesen Tagen immer neuen Rekorden entgegen. Das tun auch im negativen Sinne die Pegelstände der Flüsse. Beispielsweise hat die Elbe bei Barby eine lächerliche Wassertiefe von 26 Zentimeter erreicht und unterbietet den Rekord aus dem Jahr 2015 um drei Zentimeter. Man möchte meinen, die Binnenschiffahrt fährt auf Grund, weil tatsächlich weniger als eine Handbreit Wasser unterm Kiel ist. Tut sie aber nicht, meint Roberto Spranzi in bemerkenswerter Lockerheit. Der Vorstand der Deutschen Transportgenossenschaft (DTG) zeigt sich und damit auch die Mitgliedschaft seiner Genossenschaft gelassen und flexibel. Die Ladung werde entsprechend auf mehr Kähne verteilt. Zwar sind derzeit zwischen Magdeburg, wo die Elbe nur noch 51 Zentimeter Wassertiefe hat, und Hamburg  nur noch Leerfahrten möglich, aber auf dem Rhein geht noch was. Allerdings werden südlich von Koblenz derzeit nur noch 50 bis 60 Prozent der Maximallast geladen. Richtung Niederrhein bis Köln ist die Lage besser. In diesem Abschnitt können drei Viertel der Kapazität genutzt werden. Um die Einnahmeverluste möglichst gering zu halten, greift eine Klausel in den von der Genossenschaft geschlossenen Transportverträgen. Es ist ein sogenannter Kleinwasserzuschlag als Entschädigung zu zahlen. Ob die DTG ihr jährliches Ladungsaufkommen von fünf Millionen Tonnen 2018 zusammenbekommt, ist ungewiss. Unter normalen Verhältnissen teilt sich die Güterstruktur folgendermaßen auf: zehn Prozent Eisen und Stahl, 20 Prozent feste und mineralische Stoffe, 25 Prozent Baustoffe und 30 Prozent Agrargüter. Bei letzter Position dürfte aufgrund der teilweise katastrophalen Ernteerträge in der Landwirtschaft ein deutlicher Einbruch zu verzeichen sein. Dennoch ist Spranzi verhalten optimistisch. Erst im vergangenen Jahr ist seine Genossenschaft gemeinsam mit dem Unternehmen Peterson’s Havenbedrijt eine Beteiligung bei der EWT Schiffahrtsgesellschaft eingegangen. Wie hoch die Anteile sind, soll zunächst nicht öffentlich werden.

Die DTG ging aus der 1898 gegründeten Deutschen Transport-Genossenschaft zu Berlin (DTB) hervor. Im 20. Jahrhundert folgten zahlreiche weitere Neugründungen, aus denen wiederum mehrere Kooperationen erwuchsen. 1990 schließlich fusionierten die regional aktiven Flotten der Transport-Genossenschaft Binnenschiffahrt eG und der PartikulierTransportGenossenschaft Jus et Justitia eG zur heutigen DTG.  Sie vereint Binnenschiffer die über rund 100 Schiffe verfügen. Das sind selbständige Schiffseigner – in der Regel Familienbetriebe – , die sich im Fachjargon Partikulierer nennen. Partikulierer haben in der Regel ein bis drei Schiffe. Ihre Stunde schlug zu Zeiten der industriellen Revolution von 1860 bis kurz vor den Ersten Weltkrieg. Damals boomte das Transportgeschäft. Reedereien gründeten sich, schlossen mit ihren Kunden feste Verträge und waren auf die üblichen Schifferbörsen nicht mehr angewiesen. Seitdem teilte sich das Transportgeschäft zwischen Reedereien und den Partikulierern als Einzelkämpfer. Um sich behaupten zu können, schlossen sich die selbständigen Binnenschiffer ab 1890 zu Genossenschaften zusammen. Diese wiederum nahmen die Aufträge an und gaben sie an die Partikulierer weiter. Bei der DTG wird das heute in Europas größtem Binnenhafen Duisburg am zentralen Genossenschaftssitz von rund zwei Dutzend Fachleuten koordiniert. DTG-Geschäftsstellen gibt es in Andernach, Hamburg, Magdeburg und Minden. Außerdem ist die DTG international vertreten in Antwerpen, Rotterdam und Stettin. Die Vernetzung ist also stark und die Synergie-Effekte durch den neuen Beteiligungskontrakt bei EWT tun das Übrige. Bei dieser Arbeitsteilung profitiert die DTG von den EWT-Kompetenzen in Sachen Spedition, LKW-Transport, Küstenschiffahrt, Lagerhaltung und Umschlag. ++ (bf/mgn/16.08.18 – 161)

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