Hanf Verwendung

Innovationsberatung der WerraHanf eG – 50.000 Produkte aus Hanf

Herleshausen-Archfeld, 8./9. September 2018 (geno). Genossenschaftsmitglieder der WerraHanf eG i.G. trafen sich am Wochenende in Herleshausen-Archfeld zu einer Innovationsberatung und einem intensiven Erfahrungsaustausch. Die im vergangenen Jahr konstituierte Genossenschaft, die bei der Zusammenkunft im hessisch-thüringischen Grenzgebiet ihr 120. Neumitglied begrüßte, will schleunigst Nägel mit Köpfen machen und ihre bisherigen Aktivitäten weiter ausdehnen. Dabei spielt die Kooperation mit den Landwirten in der Region eine entscheidende Rolle. Der Umfang des Hanfanbaus  bestimmt das Produktionswachstums und die Erweiterung des Sortiments an Hanferzeugnissen. In den beiden ersten Geschäftsjahren 2017 und 2018 konnte die Anbaufläche im konventionellen Anbau von 40 auf mehr als 70 Hektar aufgestockt werden. Die Mitglieder der WerraHanf, die biologisch wirtschaften, steigerten ihre anbaufläche von einem auf 26 Hektar. Während im vergangenen Jahr die Hanfernte außerordentlich erfolgreich war, litt sie in dieser Saison sehr unter den regenarmen und heißen Witterungsverhältnissen. Dennoch hat die Hanfkultur bewiesen, dass sie gegenüber anderen klassischen Feldfrüchten solche extremen Klimaverhältnisse wesentlich besser bewältigt. Außerdem ist sie ein Garant für Nachhaltigkeit und ökologischen Ackerbau. Die sehr genügsame Hanfpflanze stellt geringe Ansprüche an die Bodenqualität, bedarf keines chemischen Pflanzenschutzes und garantiert auch satte Erträge bei niedrigen Niederschlagsmengen.

Vorstandsvorsitzende Diana Wetzestein berichtete über neue Kontakte mit einem thüringischen Landwirtschaftsbetrieb, der den Hanfanbau auf seinen Bio-Flächen erwägt und mit der Genossenschaft zu kooperieren beabsichtigt. Auch mit Forschungseinrichtungen wie der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) gebe es nützliche Kontakte. Innovative Produkte auf Hanfbasis wurden bereits während des Sommersemesters entwickelt. Ziel ist es, Unternehmen zu gewinnen, die einige davon in die Serienproduktion überführen. Prof. Sebastian Feucht vom Wissenschaftsbereich Ressourceneffizienz und Ressourcenschonung sieht in Hanf den Schlüssel-Ausgangsstoff für die notwendige Rohstoffwende, weil diese Pflanze Quelle einer kaum überschaubaren Zahl von Produkten sein kann. Die Rede ist von 50.000 Erzeugnissen aus fast allen Wirtschafts- und Lebensbereichen. Die Vielfalt reicht von Nahrungsgüterwirtschaft über Gesundheitswesen und Textilindustrie bis hin zum Automobilbau. Sämtliche Teile der Hanfpflanze, die nur hundert Tage nach der Aussaat erntereif ist und zwischen 1,50 bis vier Meter hoch wachsen kann, sind nutzbar und verwertbar. 

Über besonders bemerkenswerte Anwendungsmöglichkeiten von Hanf im Verpackungsbereich informierte Florian Lang. Der Ingenieur aus Kassel stellte einen industriellen Schnellstart in Aussicht. Allerdings müssten dazu bestimmte Mindestmengen des Ausgangsstoffs im nächsten Jahr zur Verfügung stehen. Jetzt sei deshalb die richtige Zeit, um mit den Agrarbetrieben die nötigen Anbau- und Liefermengen zu vereinbaren.  Die Genossenschaft WerraHanf fördert sowohl die Biodiversität als auch die beteiligten Landwirte, indem sie den Partner-Landwirten Bio-Saatgut  für das Anlegen von Blühstreifen bereitstellt.  ++ (ha/mgn/08.09.18 – 179)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

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