Genossenschaftsidee mit besten Aussichten für Register “Immaterielles Weltkulturerbe”

Leipzig, 18. März 2016 (geno). Psychologische und soziale Aspekte der Genossenschaftsbildung standen am Freitagabend im Vordergrund eines von der Schweizer Wochenzeitung “Zeit-Fragen” am Freitagabend in Leipzig Rande der Buchmesse veranstalteten Diskussionsabends. Eingangs schilderte der ehemalige Vorsitzende des Mitteldeutschen Genossenschaftsverbandes Dietmar Berger die Entstehungsgeschichte des Projekts, die Genossenschaftsidee als immaterielles nationales Kulturerbe offiziell anerkennen zu lassen. Nachdem dies vor mehr als einem Jahr geschehen ist und das Vorhaben von der Kultusministerkonferenz als eines von 27 Listeneinträgen registriert worden ist, hat das Gremium die Genossenschaftsidee sogar als überhaupt ersten und einzigen Vorschlag Deutschlands für die von der UNESCO geführte Liste des immateriellen Weltkulturerbes nominiert. Nach Ansicht von Berger gibt es beste Aussichten, dass der Sprung in dieses Register Ende dieses Jahres gelingt. Der erfahrene Genossenschafter aus Chemnitz wies auf bestehende Grundmängel hin, die das Genossenschaftswesen behindern. Falsch sei es beispielsweise, wenn die Stimmrechte unterschiedlich je nach eingebrachten Geschäftsanteilen gewichtet werden. Das gefährde die innere Demokratie der Selbstverwaltungsorganisation. Fehl am Platz sei auch “Genossenschaftsromantik”, die mancherorts anzutreffen ist.

Der Leiter des Schweizerischen Forschungsinstituts direkte Demokratie, Dr. Rene Roca, setzte sich intensiv mit einem neue erschienen Buch über Genossenschaften auseinander. Er selbst ist Verfasser eines Werkes mit dem Tietel “Wenn die Volkssouveränität wirklich eine Wahrheit werden soll …”. Darin untersucht der Autor anhand des Beispiels des Kantons Luzern, wie die direkte Demokratie in einem schwierigen Prozess Bestandteil der kantonalen Verfassung wurde.

Über erhebliche Schwierigkeiten bei der offiziellen Eintragung der neu gegründeten Bürgergenossenschaft Weingarten berichtete deren Vorsitzender Heinz Schammert. Das zuständige Amtsgericht im Regierungsbezirk Karlsruhe habe die Registrierung mit der seltsamen Begründung “man wolle das so nicht” bislang verwehrt. ++ (ng/mgn/18.03.16 – 074)

www.genonachrichten.de,  e-mail: 133mgn@gmail.com, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

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