Arbeiterkooperativen effizienter als hierarchisch organisierte Unternehmen

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New York, 11. September 2019 (geno). Arbeiterkooperativen, auch Mitarbeiter Genossenschaften genannt, haben viel effizientere Strukturen als hierarisch organisierte Unternehmen. Das erklärt der prominente US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Richard David Wolff. Es gebe in solchen Kooperativen keinen Vorstand, keinen Aufsichtsrat und keinerlei andere Hierarchie. Der emeritierte Wirtschaftsprofessor von der University of Massachusetts Amhorst, der gegenwärtig als Gastprofessor im Graduiertenprogramm für internationale Angelegenheiten der New York School University wirkt, nennt als entscheidenden Grund für diesen Tatbestand, dass in Genossenschaften die Arbeitsplätze demokratisiert werden.

Die Mitarbeiter bestimmen, was und wie produziert wird. Die Genossenschaftschefs würden von den Mitgliedern gewählt und von ihnen auch gefeuert, wenn sie sich als Versager entpuppen. Als Beispiele in den USA nennt der Mitgründer der Initiative “Democracy at Work” eine Bäckereigenossenschaft in Kalifornien, die zusätzlich einen Käseladen und eine Pizzeria betreibt. Sie habe in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu arbeiten begonnen. Anfangs hatte die Produktionskooperative bis zu 20 Mitarbeiter. Jetzt seien es mehr als 100. Ihre Filialen befinden sich in San Francisco, Berkeley und ganz Nordkalifornien. Als eine der weltweit erfolgreichsten Produktivgenossenschaften bezeichnete der Gelehrte, der vom “New York Times Magazine” zum prominentesten marxistischen Ökonomen ernannt wurde, Mondragon im Baskenland. Mit seinen mehr als 80.000 Mitarbeitern sei es das siebentgrößte Unternehmen Spaniens. Mondragon erfindet sich immer wieder neu und betreibt weltweit 15 Technogie Zentren. Zur Modragon Gruppe gehören 266 selbstständige Unternehmen, die größtenteils als Genossenschaft organisiert sind.

Wolff bedauert und beklagt, dass es allgemein kaum Wissen und genauere Kenntnisse über das Kooperationwesen gibt. Und das, obwohl genossenschaftliche Tätigkeit so lange wie die gesamte Menschheit existiert. Kooperativen hätten schon in der Sklaverei, im Feudalismus und im Kapitalismus ihre unbestrittenen Vorteile unter Beweis gestellt. “Warum haben wir keine Geschichte über die kooperative Arbeit ?”, fragt der 77jährige Wirtschaftswissenschaftler. Der Mensch habe schon immer alternative Wege beschritten. Die einzige Lösung bestehe in Systemänderungen. ++ (an/mgn/11.09.19 – 150)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

Anmerkung: Arbeiterkooperativen sind im deutschsprachigem Raum auch als Mitarbeitergenossenschaften bekannt.

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