„Viva la Cooperacion“ – Barcelona im baugenossenschaftlichen Sog

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Barcelona, 30. September 2019 (geno). Die katalanische Hauptstadt Barcelona befindet sich im baugenossenschaftlichen Sog anderer europäischer Metropolen. Das Architektur-Magazin „BauNetz“ schreibt: „Genossenschaftsprojekte haben sich in den letzten Jahrzehnten vor allem in Berlin, Wien und Zürich entwickelt. Jedoch hat auch Barcelona eine gewisse Tradition“. Vor dem Spanischen Bürgerkrieg sei beispielsweise im Bordeta-Viertel nahe der Textilfabrik Can Batllo ein reges genossenschaftliches Zentrum entstanden. Die Produktionsstätte schloss in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Es folgten Anwohner-Initiativen und der Vorstoß der Cooperativa LaCol, einem Büro junger Architekten. Sie verwandelten einen Flügel der alten Fabrik. Kreditiert wurde das Vorhaben von „Coop 57“. Nun entsteht ein Wohngebäude, für dessen Grundstück die Genossenschaft LaCol das Nutzungsrecht über 75 Jahre bekommen hat.

„Viva la Cooperacion“ schreibt ein Kommentator an das Medium zu dessen Bericht über die Traditionen und derzeitungen Leistungen beim Bau von Genossenschaftshäusern in Barcelona. Demnach zogen vor einigen Monaten die ersten Genossenschafter in „La Borda“ ein. Sie seien sich über die Einzigartigkeit des Vorhabens auf der Calle Constitucion in ganz Spanien im Klaren gewesen. Im Programm der Genossenschaft „Cooperativa d’habitatge La Borda“ sei zu lesen: „Es ist ein selbstverwaltetes Projekt, das weder zur Vermietung noch zum Eigentumserwerb gedacht ist. Unser Modell besteht auf nichtspekulativem Grundbesitz und stellt die Bewohner in den Mittelpunkt.“ Der Enthusiasmus der eng mit den Architekten verflochtenen Genossenschaft sei riesig. Bei aller Ausnahmestellung des katalanischen Exempels dürfe aber klar sein, dass man viel vom Organisations- und Finanzierungsmodell der Kalkbreite- und Spreefeld-Genossen aus Zürich und Berlin gelernt hat. Nur bei der Konstruktion habe sich das Architektenteam LaCol deutlich von den Vorbildern abgesetzt. Das Atrium ist nach den Worten von Mitarbeiterin Cristina Gamboa die Herzkammer des Neubaus. Es dient als Kommunikations- und Grünraum wie auch als Klimapuffer. ++ (ar/mgn/30.09.19 – 163)

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