7.7.2018 Internationaler Tag der Genossenschaften 2018

7.7.2018 Internationaler Tag der Genossenschaften 2018. Genossenschaften sind immer nur das, was ihre Mitglieder daraus machen. Das gilt auch für Genossenschaftsverbände.  Genossenschaftliche Unternehmen leben Nachhaltigkeit vor. Der Legacoopbund (Südtirol) präsentiert seine Sozialbilanz 2017. Die Hostsharing eG Hamburg stellt den Microblogging Dienst  geno.social  vor.

Die Hostsharing eG bietet Genossenschaften im deutschen Sprachraum die Möglichkeit, im dezentralen Fediverse aktiv zu sein. Unter der Domain geno.social steht Genossenschaften ab sofort eine Instanz des Social Network ›Mastodon‹ zur Verfügung. Mastodon ist ein soziales Netzwerk, das ähnlich funktioniert wie Twitter. Genossenschaften können von geno.social aus Menschen erreichen, die lieber in einem freien und dezentralen Netzwerk unterwegs sind als auf den proprietären Plattformen von Facebook, Google und Twitter.

Mastodon ist Teil des so genannten Fediverse, einem Netzwerk, in dem Nachrichten nicht über einen zentralen Server ausgetauscht werden, sondern über viele kleine Instanzen förderiert werden. Die Förderation verhindert, dass ein einzelnes Unternehmen die persönlichen Daten aller Nutzer für Werbung, politische Manipulationen oder andere Zwecke ausnutzen kann.

Das dezentrale Mastodon-Netzwerk erlebt zurzeit ein rasantes Wachstum. Es basiert auf dem W3C-Standard ActivityPub. Dieser Standard ist die Grundlage für ein dezentrales, diskriminierungsfreies, datenschutzrechtlich unbedenklicheres und vor allen Dingen offenes soziales Netzwerk. Genossenschaften können über geno.social und das weltweite Mastodon-Netzwerk damit die stetig wachsende Zahl von Menschen erreichen, die selbstbestimmt im Internet unterwegs sein wollen.

Da geno.social exklusiv für Genossenschaften reserviert ist, bietet die Instanz den Genossenschaften zudem den Vorteil über die lokale Zeitleiste untereinander zu kommunizieren. Sie bleiben so über die Aktivitäten der anderen teilnehmenden Genossenschaften immer auf dem Laufenden.

Die Hostsharing eG startet geno.social am Internationalen Genossenschaftstag 2018. Der Tag wird seit 1923 durch die International Co-operative Alliance gefeiert und findet alljährlich am ersten Samstag im Juli statt. Er soll das Bewusstsein für Genossenschaften schärfen und internationale Solidarität, ökonomische Effizienz, Gleichheit und Weltfrieden als Erfolge und Ideale der Genossenschaftsbewegung feiern. Der Tag soll außerdem die Zusammenarbeit zwischen der Genossenschaftsbewegung und der Gesellschaft auf allen Ebenen fördern.

Passend zum Thema des Internationalen Tages der Genossenschaften „Nachhaltige Gesellschaften durch Genossenschaften“  präsentiert der Südtiroler Genossenschaftsverband Legacoopbund  seine Sozialbilanz 2017.  Diese zeigt auf, wie das Genossenschaftswesen auch in Südtirol zu einer gerechten und widerstandsfähigen Gesellschaft beitragen. „Als Verband repräsentieren wir 186 Südtiroler Genossenschaften und mehr als 25.000 Mitglieder. Unsere Genossenschaften planen, denken und handeln langfristig und stellen als wirtschaftliche Akteure nicht den sofortigen Gewinn, sondern die Bedürfnisse der Gemeinschaft in den Mittelpunkt“, so der Vorsitzende von Legacoopbund Heini Grandi.

Genossenschaften, welche diese Gedanken teilen und eine nachhaltige Entwicklung anstreben, will der Verband Legacoopbund fördern und unterstützen. So zählt man unter den eigenen Mitgliedern zahlreiche Unternehmen, die sich mit dem Thema eines schonenden und achtsamen Umgangs mit den natürlichen Ressourcen konkret auseinandersetzen. 

Dies gilt zum Beispiel für die Sozialgenossenschaft „Akrat Recycling“ aus Bozen, die aus alten Möbeln Designerstücke macht, oder auch für die Genossenschaft „Lebenswertes Ulten“, welche regional produzierte und ökologische verarbeitete Wollprodukte unter der Marke „bergauf“ verkauft. Nennenswert sind auch die Förderung des fairen Handels durch die Genossenschaften der Südtiroler Weltläden und die ambitionierten Ziele der „da-Bürgergenossenschaft Obervinschgau“ für die Stärkung der lokalen Kreisläufe und den sozialen Zusammenhalt in der Region.

Die Zahlen der Sozialbilanz: 2.271 Beschäftigte und 277 Arbeitsintegrationsprojekte Auch die in der Sozialbilanz von Legacoopbund angeführten Zahlen weisen darauf hin, dass die Genossenschaften eine langfristige, nachhaltige Entwicklung und eine inklusive Gesellschaft fördern. „Um eine konkrete Zahl zu nennen: In den 75 Sozialgenossenschaften, die an Legacoopbund angeschlossen sind, waren im vergangenen Jahr 277 benachteiligte Personen im Rahmen von Arbeitsintegrationsprojekten beschäftigt und weitere 101 haben ein Praktikum absolviert“, bringt es der Vorsitzende Heini Grandi auf den Punkt: „Diese Menschen, würden auf dem freien Arbeitsmarkt keine Beschäftigung finden und wir können uns alle vorstellen, was eine bezahlte Arbeit für das Selbstwertgefühl dieser Menschen und für ihre Familien bedeutet“.

Der Beitrag der Genossenschaften für die Gesellschaft geht aber weit darüber hinaus. So konnten im Jahr 2017 insgesamt 95 Familien, Dank der Mitgliedschaft in einer Wohnbaugenossenschaft von Legacoopbund, ihren Traum des Eigenheims erfüllen und die Schlüssel ihrer neuen Wohnungen übernehmen. Außerdem haben die Genossenschaften auch 2017 zahlreiche Arbeitsplätze in Südtirol gesichert: In den 186 Mitgliedsgenossenschaften von Legacoopbund waren im letzten Jahr 1.503 Personen mit einem befristeten oder unbefristeten Vertrag, 60% davon Frauen, und weitere 768 mit anderen Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Der große Anteil weiblicher Mitarbeiterinnen spiegelt sich auch in der hohen Anzahl an Teilzeitbeschäftigten wieder; diese machen fast 50% der Angestellten aus. Ein Hinweis, dass Genossenschaften als Arbeitgeber großen Wert auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf legen.

186 Mitgliedsgenossenschaften, 95 Millionen Euro Gesamterlöse und 8 Neugründungen

186 Mitgliedsgenossenschaften zählt Legacoopbund, davon sind, wie bereits erwähnt, 75 Sozialgenossenschaften (42 des Typs A und 33 des Typs B), 45 Wohnbaugenossenschaften, 44 Arbeits- und Produktionsgenossenschaften, 14 Dienstleistungs-Genossenschaften, 5 Tiefgaragen-Genossenschaften und jeweils eine landwirtschaftliche Genossenschaft, eine Konsum-Genossenschaft und eine Bürger-Genossenschaft.

Während die Anzahl der Mitgliedsgenossenschaften in den letzten Jahren relativ stabil geblieben ist – im Jahr 2017 gab es 8 Neugründungen und 8 Auflösungen – hat sich die Mitgliederanzahl in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht. „In Genossenschaften sind die Mitglieder zugleich Eigentümer des Unternehmens und sie werden bei allen wichtigen Entscheidungen miteinbezogen“, so Heini Grandi: „Als Genossenschaftsverband stehen wir als Garant, dass diese Prinzipien, welche eine Genossenschaft auszeichnen, eingehalten werden“.

Insgesamt konnten im Jahr 2017 die Genossenschaften von Legacoopbund 95 Millionen Euro an Gesamterlöse erwirtschaften, wie in der Sozialbilanz angegeben. Interessant sind auch die Daten, welche den Mutualitätsfonds „Start“ betreffen. Die Mitgliedsgenossenschaften von Legacoopbund stellen nämlich 3% ihres jährlichen Reingewinns dem Mutualitätsfonds „Start“ zur Verfügung. Dieser Fonds unterstützt die Gründung neuer Genossenschaften und die Weiterentwicklung bestehender Unternehmen. Im Jahr 2017 haben 59 Genossenschaften 3% des Jahresnettogewinnes in den Mutualitätsfonds eingezahlt, während 7 Genossenschaften von Start ein Darlehen erhalten haben.

Genossenschaften unterstützen sich also gegenseitig und streben danach, Ressourcen und Vermögen für die zukünftigen Generationen zu erhalten. „Es ist unser aller Anliegen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und die Wirtschaft verantwortungsvoll und nachhaltig zu gestalten“, so Heini Grandi.

Die Sozialbilanz 2017 von Legacoopbund findet man unter: https://www.legacoopbund.coop/de/uber-uns/zahlen-daten-fakten/sozialbilanz-legacoopbund/

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