Oxfordshire, den 24.09.2026. Wenn im ländlichen Raum Großbritanniens der letzte Dorfladen schließt oder die „Bell Inn“ als letzte lokale Gaststätte dichtmacht, stirbt oft auch das soziale Leben. Das muss aber nicht sein. Wenn die Menschen vor Ort Verantwortung übernehmen, können diese auch viel erreichen, dass zeigt auch diese thenews.coop übernomme Story.
Genau hier setzt die britische Charity Plunkett UK an. Seit über einem Jahrhundert beweist die Organisation, dass das genossenschaftliche Modell die beste Medizin gegen das Dorfsterben ist. Mit einer neuen Fünfjahresstrategie will die Organisation den Sektor nun massiv ausbauen.

Die Zahlen sprechen für sich: Während die Isolvenzqzuote bei herkömmlichen Unternehmensgründungen hoch ist, liegt die Langzeit-Überlebensquote von genossenschaftlich geführten Dorfläden und Pubs in Großbritannien bei beeindruckenden 92 bis 94 Prozent. Ein Erfolg, der eng mit der Arbeit von Plunkett UK verknüpft ist. Die Organisation betreut heute rund 10 Prozent aller unabhängigen Genossenschaften im Vereinigten Königreich. Auch ohne kompliziertes Genossenschaftsgesetz.
Vom Agrarpionier zur Infrastruktur-Rettung. Die Wurzeln der Organisation reichen bis ins Jahr 1919 zurück. Gegründet von Sir Horace Plunkett, einem Pionier der irischen Agrargenossenschaften, lautete das Credo von Anfang an: „Better Farming, Better Business, Better Living“.
Was einst mit Molkereigenossenschaften für Kleinbauern begann, hat sich heute zu einem modernen Rettungsnetzwerk für die ländliche Infrastruktur entwickelt. Plunkett UK unterstützt Dorfgemeinschaften dabei, bedrohte Einrichtungen – von Dorfläden und Postämtern über Pubs und Cafés bis hin zu Wäldern und Fischereien – in demokratisches Gemeinschaftseigentum (Community Ownership) zu überführen.
Das Erfolgsmodell: Community Shares und echte Demokratie
Die von Plunkett UK begleiteten Projekte basieren auf den klassischen, unverwässerten Prinzipien des Genossenschaftswesens:
- Demokratische Teilhabe: Es gilt das Prinzip „Ein Mitglied, eine Stimme“ – unabhängig davon, wie viele Geschäftsanteile jemand hält.
- Bürgerkapital: Über sogenannte Community Shares (Gemeinschaftsaktien) sammelt die Bevölkerung das nötige Startkapital selbst ein. Bis heute wurden so über 77 Millionen Pfund von mehr als 142.000 Kleinanlegern mobilisiert.
- Lokale Wertschöpfung: Gewinne fließen nicht an externe Investoren, sondern werden direkt in die Gemeinde reinvestiert oder zur Sicherung der Arbeitsplätze vor Ort genutzt.
Schulterschluss mit der großen Genossenschaftswelt
Plunkett UK agiert dabei nicht als Einzelkämpfer, sondern bildet die Brücke zur etablierten Genossenschaftsfamilie. Als Leiter des Co-operative Retail Society Network (CRSN) arbeitet die Charity eng mit der Co-op Group und Co-operatives UK zusammen. Die großen Konsumgenossenschaften finanzieren die kostenfreien Beratungsdienste von Plunkett und teilen ihr logistisches Know-how mit den kleinen Dorfläden.
Strategie 2026–2031: Den Sektor verdoppeln Die Herausforderungen für den ländlichen Raum sind durch Inflation und hohe Energiekosten nicht kleiner geworden. Plunkett UK hat deshalb seine neue Strategie für die Jahre 2026 bis 2031 vorgestellt. Das ambitionierte Ziel: Die Organisation will die politische Stimme des Sektors stärken und aktiv dazu beitragen, die Größe des britischen Genossenschaftssektors zu verdoppeln.
Gleichzeitig geht Plunkett neue Wege, um Genossenschaften schon vor der Krise mitzudenken. Durch strategische Partnerschaften mit großen Wohnungsbaugesellschaften wie Barratt Redrow sollen gemeinschaftlich und genossenschaftlich geführte Zentren künftig direkt bei der Planung neuer Wohngebiete integriert werden.
Plunkett UK zeigt eindrucksvoll, dass die über 180 Jahre alten genossenschaftlichen Prinzipien kein Auslaufmodell sind, sondern die modernste und krisenfesteste Antwort auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts im ländlichen Raum.
Quelle: thenews.coop



