Berlin, 16. Januar 2026 (geno). Das Schicksal der ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften der DDR (LPG) steht mit den bevorstehenden Änderungen der EU-Agrarpolitik auf dem Spiel. Das stellte die Ministerpräsidentin des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, am Donnerstag bei einer aktuellen Stunde im Deutschen Bundestag anlässlich der Eröffnung der 100. Grünen Woche in Berlin fest. Allein in dem von ihr regierten Bundesland betreffe das 2.400 Landwirtschaftsbetriebe. Allein in Thüringen gerate die Hälfte aller ehemaligen LPG in existentielle Bedrängnis.
Die Zahl der in der DDR existenten LPG schwankte in den verschiedenen Entwicklungsphasen enorm: Bis in die 1950er Jahren wurden 5.000 gezählt. Später stieg sie auf zeitweilig 19.000. Ein Spitzenwert der von Genossenschaften bewirtschafteten landwirtschaftlichen Nutzfläche betrug 84 Prozent. Im Jahr 1958 waren es erst 30 Prozent.
Nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland ergab eine wissenschaftliche Analyse des Jenaer Juraprofessor Walter Bayer, dass fast sämtliche LPG keine juristisch haltbare Umwandlung in eine der Marktwirtschaft akzeptable Rechtsform absolviert haben. ++ (sw/mgn/15.01.26 – 008)
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