Erbauer tausender DDR-Genossenschaftswohnungen zieht Bilanz

Berlin, 15. Februar 2024 (geno). Der Erbauer von tausenden Genossenschaftswohnungen in der ehemaligen DDR präsentierte am Donnerstagabend in Berlin eine Lebensbilanz seines Schaffens. Der aus Plauen im Vogtland stammende Architekt Prof. Wolf Rüdiger Eisentraut stellte sein in vier Dezennien eingeteiltes, beeindruckendes Lebenswerk unter das Motto „Durch Kampf zum Sieg“. Er hat es dem gleichlautenden Namen einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) in Garzin bei Strausberg in Brandenburg entliehen.

Eisentraut schilderte ausführlich, wie sich Wohnungs- und Gesellschaftsbau in der DDR permanent über Jahrzehnte hinweg in einem konfliktreichen Ringen zwischen zwei höchst umstrittenen Polen bewegten – dem Typenbau und dem Bauen in offenen Formen. Letzeres sei in einem ganzen Jahrzehnt der schöpferischen Entfaltung eingemündet. Einen Gipfelpunkt dieser architektonischen Sichtweise bilde das Kino „Kosmos“ in der Berliner Karl-Marx-Allee.

Der Stadtplaner, Baumeister und Hochschullehrer Eisentraut, der am Aufbau des Palastes der Republik maßgeblich beteiligt war, konzipierte Genossenschaftswohnungen zwischen Saßnitz auf der Insel Rügen bis nach Klingenthal im Erzgebirge. Die Mehrzahl der von ihm und seinen Mitarbeitern entworfenen genossenschaftlichen Wohnquartiere liegen in den Ostberliner Satellitenstädten Marzahn, Hohenschönhausen, Lichtenberg und Hellersdorf. Viele davon sind inzwischen aufgrund politischer Vorurteile, ideologischer Schranken und Fehlentscheidungen nach dem Beitritt der DDR zur BRD abgerissen worden. Von den unverständlichen Liquidationen wertvoller Gebäudeensembles waren auch zahlreiche bauhistorische Kleinode wie in die Berlin-Marzahn errrichteten Bauten Galerie M, Ringkollonaden und Kino „Sojus“ betroffen. Es handelt sich dabei um die bewusste und mutwillige Zerstörung markanten kulturellen Architekturerbes. Diese und andere Vernichtungsaktionen konnten nicht einmal durch juristische Interventionen vor den zuständigen Gerichten verhindert werden. ++ (we/mgn/15.02.24 – 021)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

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