Augsburgerin schreibt genossenschaftliche Rechtsgeschichte

Augsburg, 29. März 2023 (geno). Die bis zum Mittelalter zurückreichenden Markgenossenschaften und ihre rechtliche Einordnung stehen im Zentrum einer soeben erfolgreich absolvierten Dissertation von Sarah Kamm. Die junge Augsburgerin promovierte an ihrer Heimatuniversität zu einem in Deutschland fast in Vergessenheit geratenen Thema, das aber für die Rechtslage bis in die heutigen Tage von erheblicher Bedeutung ist. Dabei war nach Aussage der Autorin die Lektüre altdeutscher Handschriften unabdingbar. Gegenüber der Redaktion Genonachrichten erläuterte sie am Mittwoch, welchen bedeutenden Beitrag die in unterschiedlichen Organisationsformen zusammengeschlossenen Rechtlergemeinschaften im bayrischen Schwaben zum Erhalt der heimischen Wälder und der natürlichen Umgebung leisten. Das gilt darüber hinaus für zahlreiche weitere Regionen in Deutschland, vor allem in Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg.

Ein aktueller Fall ist aus Durach im Allgäu bekannt. Das Amtsgericht Kempten hat zuungusten des Altgenossen Hubert Mayr geurteilt. Die Entscheidung offenbart eine eklatante Unkenntnis der Richter über die seit Jahrhunderten existenten altrechtlichen Genossenschaften und die daraus resultierenden Rechtsverhältnisse, die auch im Grundgesetz der Bundesrepulik Deutschland verankert sind und in vollem Umfang bis in die Gegenwart Rechtskraft haben. Ein Berufungsverfahren ist in Gang gesetzt worden. Zu schlussfolgern ist: Kamm ist dabei, deutsche Rechtsgeschichte zu schreiben.

Inzwischen präsentiert die Rechtswissenschaftlerin ihre Forschungsergebnisse bei Vorträgen und Informationsveranstaltungen in bayrischen Kommunen. Bei einer Gemeindeklausur in Pfaffenhofen informierte Kamm kürzlich die Gemeinderäte der Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft über das Thema gemeindliche Holznutzungsrechte. Ihr wird bescheinigt, den Teilnehmern ein tiefergehendes Verständnis für die Bedeutung der Gemeindenutzungsrechte und der Rechtlergemeinshaften vermittelt zu haben. ++ (gg/mgn/29.03.23 – 043)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27