Eine Genossenschaftsbank gehört ihren Mitgliedern

Vorsichtigen Schätzungen zufolge haben die Werbestrategen der genossenschaftlichen Verbundgruppe bundesweit im ersten Halbjahr 2022 mehr als 150 Millionen Euro in Werbesendungen bei Funk, Fernsehen und Zeitschriften investiert. Es ging zuletzt auch darum den Mitgliedern der Genossenschaftsbanken ganz nah zu bringen dass ihnen Ihre Genossenschaftsbank gehört.

Zweck dieser massiven Kampagne – man kann es nur vermuten – scheint es zu sein, den Mitgliedern der Genossenschaftsbanken die Augen dafür zu öffnen, dass alleine sie die Eigentümer ihrer jeweiligen Genossenschaftsbank sind. So könnte durchaus sein, dass Grund dieser massiven Werbekampagne die Erkenntnis ist, dass auf der unteren Stufe der Genossenschaftshierarchie vieles im Argen liegt und manche Vorstände und Aufsichtsräte noch immer der Meinung sind, sich wie Provinzfürsten präsentieren zu müssen. Und vor allem bei geplanten Verschmelzungen die Mitglieder nur als notwendiges Übel zu betrachten, das nach allen Seiten hin über den Tisch gezogen werden kann. 

Solchem Verhalten scheinen die Strategen in der Werbeabteilung der genossenschaftlichen Finanzgruppe nun massiv entgegenwirken zu wollen. Begrüßenswert ist es, dass den Mitgliedern dieser Bankgruppe nun direkt damit gesagt wird, dass alleine die Mitglieder der jeweiligen Genossenschaftsbank die Eigentümer sind und dass der Vorstand nur einer von vielen Mitgliedern ist. Allerdings einer, der die Pflicht hat, seine Miteigentümer über alle Feinheiten zu informieren, die Einfluss auf das Eigentum der Mitglieder hat. Auch bei Fusionen.  

Wer weiß, vielleicht wollen die Werbestrategen mit dieser Kampagne auch die Vorstände der Genossenschaftsbanken darauf aufmerksam machen, dass sie sich pflichtwidrig verhalten, wenn sie die Feinheiten der Eigentumsrechte der Mitglieder und deren Ansprüche bei Fusionen verschweigen.   Denn die genossenschaftlichen Prüfungsverbände sind nur im Hintergrund und nur beratend tätig. Die Haftung liegt ganz allein bei den Genossenschaftsorganen, also bei den Vorständen und Aufsichtsräten.

Danke liebe Werbestrategen des BVR, dass ihr so deutlich die Wahrheit sagt.

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