Rebellion bei der Raika Althofen-Guttaring

Auch Österreich hat Bank-Rebellen, eine widerspenstige Bank, eine „Skandal-Bank“. Der Skandal bezieht sich allerdings nicht auf unlautere Bankgeschäfte, sondern auf eine recht eigenwillige und vor allem eigenständige Art, die genossenschaftlichen Grundsätze umzusetzen. 

Es handelt sich um die Raiffeisenbank Raika Althofen-Guttaring, die am 25.01.2022 den Beschluss gefasst hat, das Bankgeschäft aus der Genossenschaft herauszulösen und die Restgenossenschaft dem Immobiliensektor zu widmen. Dass diese Option möglich ist, ist bekannt. Sie hat den Vorteil, dass das Bankgeschäft dann auf eine andere Bank übertragen wird und die übriggebliebene Genossenschaft nicht mehr der Finanzaufsicht untersteht, da diese dann nicht mehr zuständig ist. 

Nötig wurde der Schritt, weil die österreichische Finanzaufsicht FMA der Bank Raika Althofen-Guttaring die Woche zuvor einen Verwalter vorsetzten. Hintergrund war laut Presse ein Zwist zwischen den Führungsorganen und den Aufsichtsorganen, der der Unabhängigkeit der Bank geschuldet ist, die unter anderem der Einlagensicherung des Raiffeisensektors nicht beigetreten ist. Die Landesbank haftet damit nicht im Verbund für mögliche Ausfälle der Bank und muss auch kein frisches Eigenkapital zuschießen. 

Entsprechend turbulent muss die Generalversammlung gewesen sein. Redner wurde das Wort entzogen, die Diskussion über einen umstrittenen Grundstücksverkauf wurde abgewürgt, meinen die einen, falsch, sagen die anderen, es wurde ausgiebig diskutiert. Auf jeden Fall stimmte die Mehrheit der Genossenschaftsmitglieder zu, sich vom verlustreichen Bankgeschäft zu trennen und für den symbolischen Preis von 1 Euro an die Landesbank zu übergeben. Diese wiederum teilte mit, sie sei an dem Geschäft nicht interessiert. Das ist allerdings die Marchfelder Bank, eine Regionalbank aus Niederösterreich. 

Wie auch immer das nun ausgeht, ist unklar, denn die FMA bzw. der von ihr eingesetzte Verwalter hatte in der Generalversammlung erklärt, die Abstimmung sei nicht gültig. Die FMA wiederum wollte das nicht bestätigen mit dem üblichen Hinweis auf ein laufendes Verfahren und der Verschwiegenheitspflicht. Am Mittwoch erhielt der ORF eine Stellungnahme des vorläufigen Verwalters, nachdem die Beschlüsse wohl angefochten werden. Fakt ist, dass die FMA dem Geschäft zustimmen muss. 

Leidtragende des Vorgangs sind jetzt die Kunden. Zwar besteht keine Gefahr für Kundengelder, aber die Debatten dürften sicherlich den einen oder die andere verunsichern. Quelle: ORF, www.kaernten.orf.at
Ein Gastbeitrag von Dr. Almut Neumann

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