Genossenschaftliches Studentendorf – „Insel der niedrigen Mieten“

Berlin, 12. Juli 2021 (geno) Als „Insel der niedrigen Mieten“ wird das genossenschaftliche Studentendorf in Berlin-Schlachtensee von der Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ am Montag bezeichnet. Abgesehen davon, dass auch diese als versiert geltende Medienredaktion den Unterschied zwischen Miete und Nutzungsgebühr nicht zu kennen scheint, lobt Autorin Carlotta Cölln das seit dem Jahr 1959 existierende Dorf, das im Rahmen des amerikanischen Re-Education-Projekts angeregt wurde, in den höchsten Tönen.
Ihr Kronzeuge ist Andreas Barz, der in diesem Jahr sein zwanzigjähriges Jubiläum in der Genossenschaft begeht. Cölln schreibt: „Junge Leute sollten in einem internationalen Kontext voeinander lernen. Durch die 68-er Bewegung und vor allem durch den Tod von Benno Ohnesorg wurde das Dorf politischer und mehr als nur ein Ort zum Wohnen. Das wurde etwa sichtbar, als für die Erhaltung des Dorfes, das zwischenzeitlich im Studentenwerk eingegliedert worden war, berlinweit  Studierende demonstrierten.“ Sie ergänzt: „Die Gebäude sollten auf einen Beschluss von 1986 zu Zwecken der Neubebauung abgerissen werden. Auch durch das Drängen der Freien Universität wurde davon abgesehen. Fünf Jahre später wurde das Dorf als Bau- und Gartendenkmal eingetragen.“ 

Anfang 2000 drohte erneut der Abriss des Dorfes. Damals griff Barz ein. Er beteiligte sich an der Gründung einer Genossenschaft, die das Dorf kaufte. Vorwiegende Finanzquelle war die Eigenheimzulage von Eltern, die kein Haus gebaut hatten. Das funktionierte so lange, bis Rot-Grün die Zulage kippte. Nach Barz‘ Worten folgten harte Zeiten. 

Herz von Genossenschaft und Dorf ist das Gemeinschaftshaus. Es wird vom Bund finanziell über Wasser gehalten. Entscheidend sind die niedrigen „Mieten“. Davon profitieren am Ursprungsort 430 Menschen. Dazu kommt ein zweiter Standort in Berlin-Adlershof, wodurch sich die Zahl der begünstigten Studenten auf mehr als tausend erhöht. In Adlershof wird in Wohnlandschaften in eigenen Zimmern gelebt – rund um eine große Gemeinschaftsfläche. Diese Form des Miteinander-Lebens soll nun auf einen noch zu planenden Neubau in Schlachtensee übertragen werden. ++ (wg/mgn/12.07.21 – 069)
www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

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