Wann kommt ein “Marshall Plan” für den kooperativen Wandel?

Es geht in diesem Beitrag um die Gründung und die Finanzierung von Genossenschaften und um Finanzierungskonzepte für andere start-up Unternehmen aus dem Social Entrepreneurship Sektor. Das sind Unternehmen die überwiegend in Bereichen tätig sind aus denen sich der Staat schon lange zurückgezogen hat. Viele von diesen jungen Unternehmern stehen für den kooperativen Wandel von der “Ich-Gesellschaft” zur “Wir-Gemeinschaft”. Dieser wird seitens der Politik offensichtlich nicht erkannt, nicht anerkannt oder beharrlich ignoriert. Man tut so, als wäre es z.B. „gleich-gültig“, ob eine Gründer-Initiative für und in der Konkurrenz-Gesellschaft ist oder eine „Gründer-Initiative“ mit klarem Bekenntnis zur Kooperation“ tätig wird.

Es gibt jedoch nur wenig adäquate Berater, noch gibt es geeignete „Gründerseminare“ der IHKn. Unser Wirtschaftssystem stammt aus dem 19.Jahrhundert. Adam Smith lässt freundlich grüßen.
Darum sind fast alle Unternehmenskonzepte auf „Konkurrenz“ ausgelegt. Flache Unternehmens stukturen und ein kooperativer Führungsstil sind häufig Fremdworte.

Diesem Missverständnis – der Unklarheit – „unterlagen“ bisher auch viele Genossenschaften. Sie erkannten zu wenig, dass man sie gern als „Feigenblatt“ für Kooperation ausgab, sie aber eigentlich nur dazu dienten, eine „kooperative Alibifunktion“ für ein bereits schwächelndes Konkurrenz-System“ zu erfüllen. Häufig wurde und wird die Rechtsform Genossenschaft einfach nur missbraucht.

Genossenschaften mit einer eindeutigen, nach innen und außen gelebten Präferenz „pro Kooperation“,
lassen sich auch nicht mit der „Messlatte“ der „Konkurrenz-Gesellschaft“ vergleichen.

Ein großes Thema für jedes genossenschaftlich oder kooperativ organisiertes Start-up ist die Finanzierung der Startphase. Hiervon ist auch der stark expansive Sektor der Sozialunternehmer betroffen, die z.B. im SEND e.V. organisiert sind.  Sie sind wirkliche „Coop-Starter“ – und meinen das auch so. Deshalb ist es dringend notwendig solche Gruppen/Initiativen auch (förder-)politisch zu differenzieren und zu unterstützen. Im kooperativen Wandel liegt unsere Zukunft.   

Deshalb ist es eigentlich naheliegend, so etwas wie ein: „Sonderprogramm“ oder eine „Sonderfinanzierung“ für Initiativen zu schaffen, die den Kooperativen Wandel befördern wollen. 

Wir nennen dies einen speziellen „Coop-Starter-Sonderfonds zur Erprobung des Kooperativen Wandels“ Die Zeit ist gekommen, politisch nachzuvollziehen, dass es jetzt sozusagen 2 Gruppen von Geno-Gründern gibt:

Den einen Gruppe reicht es aus einen (konventionellen)  „Startup“ umzusetzen. Es sind Handwerker, Techniker oder Ärzte oder SoLaWi Gemüsezüchter, die sich in einer Genossenschaft zusammenschließen.

Den anderen jedoch nicht, denn es sind Unternehmen des Social Entrepreneurship Sektors, die sich bewusst für ein Unternehmen in  einer „Miteinander-Gesellschaft“ entscheiden oder eine Plattform Kooperative betreiben wollen. Es wird spannend, denn jetzt müssen die politischen Parteien „Farbe“ bekennen. Ein Maßstab ist sogenannte Chancengleichheit vor dem Hintergrund der Gleichbehandlung. Gleichbehandlung“ definiert das Bundesverfassungsgericht so: Gleiches ist gleich und Ungleiches ungleich zu behandeln. 

An dieser Stelle lohnt sich die Erinnerung an das Datum 05.06.1947. Es war das Inkrafttreten des sog. „Marshall-Planes“ (European Recovery Programm – ERP) aus dem auch die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) entstand. „Existenzgründer“ werden dies kennen. Die KfW Bank finanziert auch Genossenschaftsanteile. Die Forderung nach einem “Marshall Plan” für den kooperativen Wandel hört sich zunächst provokant an. Es sind aber Parallelen zu erkennen. Es bestand damals und es besteht heute ein gewaltiger Kapitalbedarf.

Eigentlich konsequent: Dem Wiederaufbau von damals, folgt heute der „kooperative Umbau“ Würden wir einem solchen Programm einen Namen zu geben haben, könnte man vielleicht sagen:

European Cooperative Change Programm (ECCP) und das „Vergabe-Institut“: KfKW – Kreditanstalt für Kooperativen Wandel. Und übrigens: Das ERP-Sondervermögen ist teilweise noch vorhanden, weil die Tilgung der Kredite aus dem Bundeshaushalt erfolgte.

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