Was ist eine Platform-coop

Open:2018. In London findet am 26-27 July ein internationaler Kongress zum Thema Platform Cooperatives statt. Was aber ist eine Platform-coop?  Die genonachrichten haben recherchiert und sind schnell auf Trebor Scholz gestossen.

Scholz ist Professor an der New School in New York und gehört zu den Mitbegründern der Platform-coop Idee. Trebor Scholz. Die „Sharing Economy“ war so nicht gedacht. Mithilfe von Kleinstcomputern, die wir tagtäglich mit uns herumtragen, sollten wir in unserer Freizeit Geld verdienen, indem wir nicht gebrauchte Besitztümer vermieten, Bilder und Bewertungen teilen, kostenlose Marktforschung betreiben, als Bildreporter oder Taxiwettbewerber im Dauereinsatz sind. Die Vision war idealistisch – oder erschien zumindest so, die Realität sieht am Ende anders aus.

Das „Teilen“ steht in dieser „neuen Wirtschaft genannt Sharing Economy“ gar nicht im Fokus. In der digitalen Dienstleistungswirtschaft – oder besser digitalem Kapitalismus – wird richtig Geld auf Kosten der Mitspieler verdient, die manchmal zynisch  “Taskrobbots” oder “Monkeys” genannt werden.  Diese stellen ihre Wohnung als Übernachtungsquartier zur Verfügung, verdingen sich als austauschbare „Monkeys“ für Pizza Bringdienste, bewerten Restaurants und Geschäfte oder sie machen dem Taxigewerbe Wettbewerb. Systemanbieter wie z.B. AIRB&B oder Uber erwirtschaften über ihre  zwischengeschalteten Serviceportale hohe Gewinne. Gleichzeitig schaffen diese digitalen Serviceportale eine neue Form der Ausbeutung und Abhängigkeit, ja, das neue System gefährdet auch bestehende Arbeitsplätze.(*) Uber = Sklavenarbeit so berichtet das Handelsblatt von einem Kongress aufgebrachter Berliner Taxifahrer.

„Platform Cooperativism, “ setzt sich dafür ein, dass nicht fremde Investoren große Gewinne einfahren, sondern  “die Plattform”, quasi als Genossenschaft, ihre Nutzer fördert.
Platform Cooperativism basiert auf der Überzeugung, dass die vielfältigen Probleme der Sharing Economy, das heißt ihrer profit-orientierten Logik, nur angegangen werden können, indem Besitzverhältnisse verändert bzw. angepasst werden. Grob vereinfacht ist die Idee der Platform-coop eine Aufforderung zur genossenschaftlichen Selbstorganisation. Das Ziel:  Wir holen uns unsere Sharing Economy zurück und überlassen diese digitalen Dienstleistungsplattformen nicht den Hedgefonds und Investmentbankern, die auf unseren Schultern große Gewinne einstreichen. Das Konzept geht auf. Fairmondo macht es vor.

Hat das  Thema Platform coop für uns überhaupt irgendeine Relevanz? Wir nutzen täglich wikipedia, ein auf Open Scource  Produkt, das niemanden gehört. Brockhaus war gestern und ist inzwischen abgewickelt. Die Genonachrichten und viele anderen Internetseiten arbeiten mit WordPress – auch ein open Source Produkt.

Wir hosten unsere Internetseiten bei der Hostsharing eG, dort sind wir keine Nummer, sondern quasi Familienmitglieder, Genossen.
igenos entwickelt mit der WirMarkt eG eine digitale Übungsplattform. Die WirMarkt eG bietet künftig Lösungen für Dinge des Alltags, die gemeinam, also genossenschaftlich geregelt werden können:  Von A wie Aktenvernichtung bis Z wie Zimmervermietung. Zum Angebot gehören Dienstleistungen wie Büroservice, Bügelhilfe, Catering oder Car-sharing, gemeinsames Einkaufen etc.  Unser Ziel ist es, die Genossenschaftsidee wieder erlebbar zu machen.

(*) Literaturhinweis: Trebor Scholz: PLATFORM COOPERATIVISM  Wie wir uns die „Sharing Economy” zurückholen können.
www.igenos.de,  www.genossenschaftswelt.dewww.coopgo.de, www.geno-bild.de 

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