Genossenschafts-Bastion Sardinien

Cagliari, 7. Januar 2020 (geno). Die italienische Mittelmeerinsel und Provinz Sardinien ist eine ausgesprochene Genossenschafts-Bastion. Das verdankt sie zu einem großen Teil dem sozialistischen Theoretiker Antonio Gramsci, der auf Sardinien geboren ist und zu den Mitbegründern der italienischen Kommunistischen Partei gehörte. Er prägte den zentralen Begriff der kulturellen Hegemonie und ist nach Meinung des italienischen Moralphilosophen Giorgio Baratta der einzige marxistische Denker gewesen, dessen Überzeugungen den Zusammenbruch des Sozialismus unbeschadet überstanden haben. Sardinien verkörpert viele Reminiszenzen an ein linkes 20. Jahrhundert.

Eine dieser traditionsreichen Überlieferungen ist die Genossenschaftsbewegung, die bis heute quicklebendig und fester Bestandteil der Ökonomie auf Sardinien ist. Eine ihrer Leuchttürme ist die 1956 gegründete Kooperative Arborea, zu der 248 Milchwirtschaftsunternehmen gehören und deren Zentrale in der gleichnamigen Stadt an der Ostküste der Insel angesiedelt ist. In ganz Italien gibt es schätzungsweise rund 160.000 Genossenschaften, von denen allein 18, 7 Prozent in Sardinien und Sizilien ansässig sind. Auf Sardinien glänzt in der Kooperationswirtschaft neben dem Agrarsektor auch der Tourismus mit etwa 150 Genossenschaften. Sie setzen auf Ökologie und Alternativen zum Strandtourismus. Ein Vorzeigebeispiel ist “Monte Maccione” im sardischen Städtchen Oliena. Die Ferien-Anlage wurde von der Tourismus-Genossenschaft “Cooperativa Turistica Enis” in den 1980er Jahren von jungen Arbeitslosen gegründet. Diese Genossenschaft in Oliena bezeichnet sich nach eigenen Angaben als wichtige Gruppe des alternativen Denkens.

Auch der Weinbau Sardiniens wird von Genossenschaften beherrscht. Rund zwei Drittel der insgesamt 43.331 Hektar Rebfläche werden von Kooperativen bewirtschaftet. ++ (co/mgn/07.01.20 – 003)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

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