Berlin, 5. Juni 2026 (geno) Die Treuhandanstalt gab es in der DDR seit 1990 in zweifacher Art. Die erste war nach dem Modell der Hans-Modrow-Regierung gestrickt und sollte das Volkseigentum an die Bevölkerung möglichst gerecht verteilen. Die zweite Version wurde den Ostdeutschen von der westdeutschen Regierung übergestülpt. Infolge dieser ins Gegenteil verkehrten Behörde wurde sie zu dem Instrument, das die meisten als westdeutsches Privatisierungsinstrument kennen.
Das berichtet die „Berliner Zeitung“ zu Wochenbeginn über eine Veranstaltung, die ein Buch von der Jenaer Sprach- und Literaturwissenschaftlerin Katrin Rohnstock präsentierte. Eingangs wurde den Besuchern eine Broschüre mit dem Titel „Was hat der Westen mit dem Osten gemacht ?“ in die Hand gedrückt: 4 Millionen vernichtete Arbeitsplätze, 4 Millionen Menschen, die ihre Heimat verließen, nur knapp 5 Prozent des DDR-Volkseigentums wurden an Ostdeutsche übertragen, der Rest ging an Westdeutsche und ausländische Investoren.
Zahlreiche Teilnehmer der Buchvorstellung meldeten sich zu Wort. Manche erst nach Jahrzehnte langem Schweigen und offenbarten die kaum beschreibbare Ungerechtigkeit.

Genossenschaften waren erheblich betroffen und wurden gnadenlos untergepflügt. Eine Frau, die fast sechzig Jahre lang eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) leitete, berichtete, wie von heute auf morgen alles verschwand: „Tiere getötet, Pflanzen rausgerissen, Höfe aufgelöst.“ Die Bauern hätten bitterlich geweint. ++ (th/mgn/04.06.26 -58)
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