Ausgehebelte Genossenschaftsdemokratie

Schmalkalden, 30.Januar 2026 (geno). Noch deutlicher als tatsächlich praktiziert kann das genossenschaftliche Demokratieprinzip nicht ad absurdum geführt werden. Die Volksbank Bad Salzungen-Schmalkalden, die seit Jahren unkonventionelle und kreative Wege der Geschäftstätigkeit verfolgte, wurde zunächst ihrer Führungskräfte beraubt, dann aus ihrer Heimatregion Südthüringen verbannt und nach Hessen ausgelagert. Die aktuelle Generalversammlung fand im fernen Borken statt. Dort wurde auch eine Namensänderung beschlossen. Die kleine, Südthüringer Bankgenossenschaft war u.a. durch ihr profitables, höchst professionell gemanagte und international erfolgreiches Fussballgeschäft aufgefallen. Für dieses Geschäftsfeld wurde der Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg verpflichtet und auch speziell ausgebildet. Das ist nun Vergangenheit. Die Geschichte der Effenberg-Bank soll nach Aussage von GenoLeaks nun als Dokumentarfilm aufgearbeitet werden.

Die Tageszeitung „Freies Wort“ berichtete unter der Überschrift „Genossen haben Angst um die Zukunft ihrer heimischen Bank“. Die ist vollkommen berechtigt, denn in jüngster Vergangenheit wurden die Entfernungen der Tagungsorte immer größer: 2024 Erfurt, 2025 Bad Hersfeld und jetzt Borken. Erfahrungsgemäß sind solche Radikalschritte Zeichen weitgehender Hilfslosigkeit. Wildes Um-sich-schlagen bestätigt den Eindruck des Landrates von Schmalkalden-Meiningen, Rald Liebaug, dass es sich um eine „feindliche Übernahme durch den Westen“ handelt. „Es habe schon bei der Besetzung der Tagungsleitung begonnen, die eine Frau übernommen habe, die erst kurz zuvor Genossenschaftsmitglied geworden sei. Tatsächlich war eine Münchner Rechtsanwältin für die Leitung der Generalversammlung eigens in die Genossenschaft eingetreten und hatte dem Institut für ihre Tätigkeit einen fünfstelligen Betrag berechnet.“ Es soll sich um 27.000 Euro handeln. 

Der ehemalige Finanzminister von Thüringen, Andreas Trautvetter, der ebenfalls Genossenschaftsmitglied ist, erklärte der Zeitung: „Ich hätte das damals ehrenamtlich gemacht.“ 

Trautvetter will an der anderthalb Autostunden von Bad Salzungen entfernt stattfindenden Versammlung in Nordhessen teilnehmen und dort Fragen stellen. 

Die befürchtete schamlose Machtübernahme der Thüringer Genossenschaftsbank lassen ostdeutsche Erinnerungen an die berüchtigten Treuhandpraktiken wach werden. Auch „damals“ waren unter maßgeblicher Mitwirkung staatlicher Behörden ostdeutsche Unternehmen und Einrichtungen massenweise regelrecht abgeschlachtet worden.

++ (gb/mgn/30.01.26 – 015)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

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