Von Fürsten-Elite-Lehrstätte über Genossenschaftshochschule zu Hochbegabten-Gymnasium

Kamenz/Meißen, 22. Januar 2026 (geno) In drei Jahren steht der 300. Geburtstag des großen deutschen Aufklärers Gotthold Ephraim Lessing bevor. Er wurde am 22. Januar 1729 im ostsächsischen Kamenz als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren. Vater Johann Gottfried Lessing achtete möglichst früh auf hohe und humanistische Bildung seines Nachwuchses. So landete der junge Lessing auf der elitären Fürstenschule St. Afra in Meißen, nachdem er im Jahr 1741 die Aufnahmeprüfung mit Auszeichnung bestanden hatte. Sein Schulbesuch bis 1746 wurde gefördert mit einem Stipendium der wohlhabenden Familie von Carlowitz. Ansonsten hätte sich Lessings Familie das wohl nicht leisten können. Der Forstexperte Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz , der 1713 mit seiner Schrift „Sylvicultura oeconomica“ erstmals den Begriff „Nachhaltigkeit“ in die Welt eingeführt und erläutert hatte, ist ein berühmter Vertreter dieser Mäzenaten, die sich früh um ökologische Bewirtschaftung der Erde kümmerten.

Weit später – am 6. Mai 1945 – wurde die ehemalige Fürstenschule St. Afra von der Roten Armee besetzt. Schließlich wurde auf ihrem Gelände 1953 die erste deutsche Genossenschaftshochschule gegründete. Diese „Hochschule für Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften“ (LPG) wurde 1991 aufgelöst. Die Spuren dieser LPG-Hochschule verwischten sich fast vollständig. Sie wurden offensichtlich bewusst getilgt. Eine Abschlussbilanz dieser einmaligen genossenschaftlichen Bildungsstätte ist bislang nicht aufgetaucht.

1991 ist St. Afra als Hochbegabten-Gymnasium wiedergegründet worden. Die Schule soll an die Entwicklung der ehemaligen Fürstenschule anknüpfen. Der Freistaat Sachsen hat dazu hohe Summen in das Gebäude- und Naturensemble mit seinen 17 Internatshäusern inmitten der Stadt Meißen gepumpt. Lessing – der Schöpfer der wegweisenden Dramen „Nathan der Weise“ und „Minna von Barnhelm“ – dürfte das mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen. ++ (ln/mgn/22.01.26 – 011)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

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