Berlin, 19. Januar 2026 (geno) Genossenschaften gelten als demokratisch organisiert. Inzwischen agieren viele Genossenschaften in der Landwirtschaft jedoch wie multinationale Großkonzerne, denen Gemeinwohl eine unbekannte Vokabel ist. Das stellen Ottmar Ilchmann  und Henrik  Maaß von der AbL ( Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft) in dem von der Heinrich Böll Stiftung herausgegebenen „Konzernatlas 2026“ fest, der pünktlich zur hundertsten „Grünen Woche“ erschienen ist.
Ein mustergültiges Beispiel sei die einst bäuerliche Raiffeisengenossenschaft, die sich durch Fusionen und Expansion zu einem internationalen Imperium mit enormer Marktmacht gewandelt hat.

In vielen Bereichen der Landwirtschaft lasse sich dieser Anachronismus und eine derartige Disparität beobachten: “Genossenschaften versuchen, mit dem Größenwachstum der Handelspartner mitzuhalten“. Dadurch verringere sich die Möglichkeit der Genossenschaftsmitglieder, an Entscheidungsprozessen mitzuwirken. Wohin das führt, zeige die ehemalige 1923 gegründete Genossenschaft BayWa AG. Aus dem regional verankerten Zusammenschluss wurde im Laufe der Jahrzehnte ein global agierender Konzern, in dessen Aufsichtsrat sogar der Präsident des Deutschen Bauernverbandes sitzt In Zeiten niedriger Zinsen expandierte die BayWa – als die Zinsen in den vergangenen Jahren stiegen, häufte die „Pseudo-Genossenschaft“ mehr als fünf Milliarden Euro Schulden an. Inwieweit die Sicherungseinrichtung des BVR direkt oder indirekt betroffen ist, kann derzeit nicht abgeschätzt werden. Welche Rolle dem Bayrischen Genossenschaftsverband GVB zugeteilt wird, werden die Gerichte zu entscheiden haben.

Die Politik müsse daher dringend kleinere Genossenschaften stärken und die Marktkonzentration beschränken, fordern die Autoren des Konzernatlas. „Zum Beispiel mit Obergrenzen für Genossenschaftsprivilegien oder durch die Verschärfung und konsequente Anwendung der Fusionskontrolle des Bundeskartellamtes“. ++ (km/mgn/19.01.26 – 008)

www.genonachnrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

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