Berlin, 2. April 2026 (geno) Kritische Wohnungsgenossen „fliegen“ zuerst aus der Genossenschaft und danach aus ihrer Wohnung. Auf diesen kurzen Nenner ist das Kessel-Treiben zu kristallisieren, das Vorstände und Aufsichtsräte gegenüber Mitgliedern veranstalten, die berechtigte und konstruktive Kritik an der Tätigkeit ihrer Genossenschaftsleitung üben. Es geht dann einfach nicht mehr um den Inhalt der vorgebrachten Einwände, sondern um mehr oder minder unfähige oder sachunkundige Geschäftsführungen der betreffenden Genossenschaften. Sie wollen sich die Skeptiker entledigen und diese „Klugscheißer“ nur noch loswerden.
Das Land Berlin mit seinen rund 80 Wohnungsgenossenschaften verfügt über besonders viele solcher Zeitgenossen, die für Leitungsfunktionen in Genossenschaften weitgehend ungeeignet sind. Insofern nimmt es nicht wunder, wenn der Ostberliner Stadtbezirk Lichtenberg sich an der Spitze der Räumung genossenschaftlicher Wohnungen befindet. Die Zahl der Zwangsräumungen in Berlin ist im Jahr 2023 steil auf 2.369 Haushalte gestiegen. Ein Jahr später – 2024 – lag diese Zahl mit 2.230 ähnlich hoch. Daran konnten auch Initiativen wie die der DIESE eG, die durch Genossenschaftsmodelle in Not geratene Bewohner helfen, wenig Abhilfe schaffen. Im Übrigen ist das ein bundesweiter Trend, der sich auch in anderen Großstädten wie Jena, Dresden und München feststellen lässt. ++ (zr/mgn/02.04.26 – 039)
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