LPG: „Rote Barone“ kassierten  Vermögensschatz ostdeutscher Kleinbauern

Weimar/Jena, 30. März 2026 (geno) Die ostdeutschen Bauern, die zu DDR-Zeiten in den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) zwangskollektiviert worden sind, wollen ihr Vermögen zurückhaben. Die Chancen dazu schwinden scheinbar. Das Problem wurde und wird ausgesessen und regelrecht totgeschwiegen. Wie das im Einzelnen und vor Ort funktionierte, schilderte jüngst der frühere Vize-Chefredakteur der Thüringischen Landeszeitung“ (TLZ),Hartmut Kaczmarek, in seinem Blatt.  Der Landwirt Erhard Bauer aus Ostthüringen, der 30 Jahre lang in der LPG Tautendorf gearbeitet hatte, wollte sich nach dem Beitritt der DDR in die Bundesrepublik Deutschland  als Wiedereinrichter eine eigene Existenz aufbauen. Doch die LPG weigerte sich ihm auch nur einen Pfennig des zuvor von ihm eingebrachten Vermögens auszuzahlen. Zwar bekam er von einem Gericht 85.000 DM Entschädigung zugesprochen. Dennoch ging er leer aus weil die LPG Konkurs anmeldete. 

In anderen Fällen wurde systematisch das Vermögen der Kleinbauern kleingerechnet. Eine Studie der Universität Jena kommt zu dem Schluss, dass Hundertausende ehemalige LPG-Mitglieder in Ostdeutschland nicht ausreichend entschädigt wurden. So wurde der Wert von Maschinen, Gebäuden und Betriebsinventar viel zu niedrig angesetzt und die Mitglieder bekamen nur einen Bruchteil des ihnen zustehenden Anteils ausgezahlt. Das tatsächliche Vermögen entschwand in den Nachfolgebetrieben, deren Chefs von den geprellten Bauern als „Rote Barone“ bezeichnet werden. Zahlreiche LPG hatten nicht einmal eine korrekte, rechtswirksame Umwandlung ihrer Genossenschaft vollzogen. Allein für Thüringen ergaben sich nach der Jenaer Studie 28 unwirksame Umwandlungen mit 34 Unternehmen. ++ (vm/mgn/30.03.26 – 036)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel 0176 / 26 60 00 28 

Rote Barone
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