Genossenschaft behebt ländlichen Ärztemangel im Oberbergischen

Wuppertal, 21. Januar 2026 (geno) Während die gegenwärtige nationale Diskussion von berechtigten oder unberechtigten telefonischen Krankmeldungen bestimmt ist, wird eine der unzähligen medizinischen Versorgungslücken auf dem Lande durch eine kreative Genossenschaft gefüllt. Erstes Ergebnis ist ein neugebautes Ärztehaus.

Bürger der oberbergischen Gemeinde Hülsenbusch gründeten die Kooperative, um den Ärztemangel in der Kommune zu beheben. Aus diesem Ort berichtete der Deutschlandfunk live am Mittwoch. Dr. Dorothea Volk, Hausärztin im Ärztehaus Hülsenbusch, Bürgermeister Sebastian Heimes aus Marienheide und Prof. Dr. Achim Mortsiefer von der Universität Witten/Herdecke sind die Gesprächspartner von Rundfunk-Moderatorin Bettina Köster. Sie schildern wie die Bevölkerung ihr Schicksal vor sechs Jahren in die eigenen Hände genommen hat, um dem Ärztemangel vor Ort zu begegnen. Vorbild war die örtliche Kneipe „Jägereck“, die ebenfalls als Genossenschaft weiterbetrieben wird und aus der gesendet wurde.

Das medizinische Genossenschafts-Modell könnte Schule machen, um die ärztliche Versorgung in dörflichen Gemeinschaften langfristig zu sichern. Eine Frage lautete: „Welche neuen Impulse braucht es dafür auch von staatlicher Seite?“ Vieldiskutiert wurde die Idee, junge Ärzte nach dem Medizinstudium für eine gewisse Zeit für eine Tätigkeit auf dem Dorf zu verpflichten. Diese Ratschläge kamen vor allem aus Großstädten wie Hamburg und Mannheim. Hörer Stefan Ahrend aus Dresden schlägt vor, die Genossenschaftsidee auf dem Lande auf weitere Bereiche wie Dorfläden auszudehnen. ++ (am/mgn/21.01.26 – 010)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

„LPG-Offenbarung“ provoziert Zünden von Zeitbomben

Schwerin/Berlin, 20. Januar 2026 (geno). Die neuen Strukturen in der östlichen Landwirtschaft sind letztlich die alten Strukturen  und die Fortsetzung der alten politischen Macht der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) mit neuen Mitteln. So charakterisierte der Chef der Zentralen Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität (ZERV), Manfred Kittlaus, treffend den „Wandel“ der DDR-Landwirtschaft in den 1990er Jahren vor dem Deutschen Bundestag. Das geschah vor dreißig Jahren.

Es hat einfach keine grundlegende Landwirtschafts-Reform Tausender Genossenschaften „sozialistischen Typus‘“ stattgefunden. Viel beschworene „Bauernkriege“ wurden vermieden. Es wurde allumfassend „süße Sahne“ über das modernde Agrar-Gespinst in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) gegossen. Maßgebliche Zuckerbäcker waren Wolfgang Schäuble (BRD) und Günther Krause (DDR), denen es nur um möglichst schnelle und störungsfreie Übernahme und Übergabe des Staates DDR ging.

Aufklärung über den gigantischen Betrug an den Anteilseignern der ostdeutschen Agrar-Genossenschaften und den Grundstücksinhabern wurde nur in seltenen und sparsamen Dosen verabreicht. Es blieb ein völlig unbeackertes Feld. Prof. Walter Bayer von der Friedrich-Schiller-Universität Jena analysierte im Jahr 2002 die sumpfartige Misere, die immer stärker ihrem Siedepunkt entgegenstrebt, und kennzeichnete sie kurz und knapp als „Staatsversagen“. Nicht einmal das juckt die zuständigen Bundes- und Landespolitiker. 

Es schlummern also im Boden der ehemaligen DDR massenweise gefährliche Zeitbomben mit enormer Sprengkraft, die wesentlich früher explodieren können und sollten als die immer noch in der Ostsee ruhenden Munitionsberge aus dem Zweiten Weltkrieg. ++ (bl/mgn/20.01.26 – 009)www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, tel. 0176 / 26 00 6

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