Vertrauen und die  Angst vor dem Kontrollverlust im deutschen Genossenschaftswesen

Bullay, den 9.01.2026. Für Unternehmen die sich im Gemeinschaftseigentum befinden, hier Genossenschaften, sind Transparenz und Vertrauen  wesentliche Erfolgsfaktoren für eine langfristige positive Geschäftsentwicklung.  Während beispielsweise das sehr dünn besiedelte  Finnland eine große und breite Genossenschaftsbewegung hat, spielen Genossenschaften in Deutschland eine wesentlich geringere Rolle. Was sind die Ursachen?

Der Vorsprung der skandinavischen Länder und deren Wirtschaftskraft basieren vor allem  auf Vertrauen und schlanken Unternehmensstrukturen.  Vertrauen ist in einer vernetzten, arbeitsteiligen Welt,  die Basis der Unternehmenskultur. Vertrauen auf Veränderung, Vertrauen in die Mitbürger, Vertrauen in die Technik und Vertrauen in den Staat und sein Rechtssystem. Vertrauen und Transparenz sind ein wesentlicher Bestandteil jeder Form der Kooperation. Das Gegenteil von Vertrauen ist Misstrauen. Was ist die Konsequenz von Misstrauen? Kontrollwut und die damit verbundenen  Angst vor dem Kontrollverlust.

Es gibt traditionelle Unternehmenskonzepte, die seit Jahrzehnten davon geprägt sind, dass der Chef entscheidet und die Mitarbeiter folgen. Dieser auf Hierarchie, Misstrauen und Kontrolle basierende Führungsstil hat sich in Deutschland in der Vergangenheit bewährt, aber auch die Mentalität geprägt. Sie ist aber kein Garant für die Zukunft. 

Ähnliche nicht förderliche Strukturen lassen sich, laut igenos,   in der genossenschaftlichen Selbstverwaltungsorganisation erkennen. Staatlich eingesetzte Genoverbände, die nach den Beobachtungen von igenos wenig Wert auf Mitbestimmung oder Meinung der ihnen angeschlossenen Genossenschaften legen, blockieren nicht nur die genossenschaftliche Kooperation, sie missbrauchen möglicherweise sogar die genossenschaftlichen Werte.

Ein abschreckendes Bespiel bietet die Fraktion der Volks- und Genossenschaftsbanken. Hier sind Fusionen und aktuell auch Skandalbanken, ein großes Thema. Die  Genoverbände prüfen, führen Wertberichtigungen durch und  präsentieren sich dann gerne  als Retter in höchster Not. Sie schreiben aber auch hohe Rechnungen. Dies geschieht  selbstverständlich alles im vermeintlichen Interesse der Genossenschafts mitglieder.  Wobei deren Einverständnis häufig vorausgesetzt wird, sodass Diskussionen in den Mitgliederversammlungen für unnötig gehalten und zuweilen sogar wesentliche Informationen zurückgehalten werden. 

igenos, als Interessenvertretung der Genossenschaftsmitglieder meint dazu: Kontrollwut schafft Frustration, läuft den Interessen der Basis zuwider und schnürt jede kreative Weiterentwicklung vor Ort ab. Kontrollwut  kombiniert mit mangelhafter Transparenz und einem aufgeblasenen, hierarchischen Verwaltungsapparat erinnert sogar ein bisschen an den real existierenden Sozialismus in der DDR. Auch hier ging es um die Verwaltung von Gemeinschaftseigentum.

Wie lässt sich nun verhindern, dass unser Genossenschaftsgesetz von 1868 im Jahr 2026  zum „Genossenschaftsverhinderungsgesetz wird?   Haben sich die zum Schutz der Genossenschaftsmitglieder gegründeten  Genoverbände verselbstständigt? Misstrauen und Eigeninteressen,  als Geschäftsgegenstand – hat dieses Geschäftsmodell noch eine Zukunft? Es soll, laut igenos, immer noch Genoverbände geben,  die mit staatlichen Monopol prüfen, sich wie die Halbgötter aufführen, Immobilien und Anlagevermögen neu bewerten und anschließend  die angeschlagenen Genossenschaften zur Fusion zwingen. Wann fällt dieses Prüfungsmonopol? Und wer haftet bei Falschberatung?

real existierenden Sozialismus
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