Immer mehr Frauen an der Spitze italienischer Genossenschaften

Trentino, 7. Juli 2022 (geno). Immer mehr Frauen erobern Spitzenpositionen in Italiens Genossenschaften. Das belegt eine ethnographische Forschungsarbeit der Wirtschafts- und Unternehmenshistorikerin Veronica Ronchi, die vor wenigen Tagen in Gestalt eines Buches von der Sozialgenossenschaft Oasis in Bolzano vorgestellt worden ist. Es beleuchtet die Welt der Frauen als Führungskräfte in der Sozialwirtschaft anhand von Interviews mit 22 Frauen, die Spitzenpositionen in genossenschaftlich organisierten Unternehmen innehaben. Bei der Buchpräsentation schilderten Francesca Peruz, Präsidentin der Sozialgenossenschaft Clab, und Letizia Lazzaro, Koordinatorin von Rete Economia Donna (Wirtschaftsnetz Damen), ihre persönlichen Erfahrungen. Lazzaro bestätigte den Wert einer angemessenen Schulung und betonte die Notwendigkeit, Menschen von klein auf für Gleichberechtigung zu sensibilisieren.

Monica Devilli, Vorsitzende der italienischen Genossenschaftsvereinigung Coopbund Alto-Adige Südtirol, sagte: „Frauen machen in den Coopbund-Mitgliedsgenossenschaften 53 Prozent der Mitglieder aus, doch nur in einem Viertel der Genossenschaften führen Frauen auch den Vorsitz.“ Das entspreche auch den Daten auf nationaler Ebene.

Die anteilige Präsenz von Frauen kommentierte auch Nadia Martinelli, Präsidentin von „Donne in Cooperazione“: „Die International Co-operative Alliance hat stets einen Frauenanteil von mindestens 30 Prozent in den Entscheidungsgremien empfohlen. Im Trentino sind 60,3 Prozent der Mitarbeitenden in den Genossenschaften Frauen. Bei den Mitgliedern erreichen wir einen Anteil von 47 Prozent, doch in den Geschäftsführungsorganen kommen wir lediglich auf 23 Prozent, in den Spitzenpositionen nur 20 Prozent.“ Fortschritte habe es im Laufe der Jahre gegeben. Dennoch sei ein langer Weg zurückzulegen. Mit der vorgelegten Publikation solle zum Nachdenken angeregt werden. Vielen Frauen könne sie als Inspiration und Motivation dienen. + (fe/mgn/07.07.22 – 103)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

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