Genossenschaftliche Wohnprojekte für Versorgungssicherheit

Allgemein

Immer mehr Menschen entdecken im gemeinschaftlichen Gestalten neuer Wohnmodelle eine echte Alternative zu klassischen Wohnformen. Dabei spielen Mehrgenerationen-Konstellationen eine genauso zentrale Rolle wie andere Motivationen. Schon lange wurde beobachtet, dass die Mischung von alten und jungen Menschen in einer Wohngemeinschaft zu Entlastungen für beide Seiten beiträgt und sich der Gesundheitszustand der Älteren sprunghaft verbessert, sobald sie wieder von jungen Menschen umgeben sind. Auch der Einfluss von Senioren auf Kinder und Jugendliche ist erwiesenermaßen positiv und hilft jungen Familien bei einer ausgewogenen Lebensgestaltung. Der Zerfall oder die geografische Zerstreuung vieler Herkunftsfamilien macht die Wahlfamilie zu einer attraktiven Alternative, vor allem dann, wenn die zusammenführenden Themen auf gemeinsamen Werten beruhen.  

Viele Lebensgemeinschaften haben rund um den Globus in den vergangenen Jahrzehnten einen wahren Wissensschatz aufgebaut und verschiedenste Modelle für erfolgreiches Zusammenleben erprobt. Das Spektrum reicht von der einfachen Senioren-Wohngemeinschaft bis hin zu ganzen Ökodörfern (siehe ecovillage.org) und so überrascht es nicht, dass immer mehr Menschen sich nach neuen Lösungen für ihr Alter umschauen. 

Der hohe Synergieeffekt, dass sich solche Gemeinschaften nämlich einfacher mit Energie, Wärme, Nahrung und anderen Dingen versorgen können, ist ein positiver Nebeneffekt, der immer stärker ins Zentrum der Motivation rückt. Die staatliche Daseinsvorsorge wird immer brüchiger und die Versorgungslage auf dem Land oder in Randgebieten immer schlechter, so dass sich die Anlage von privaten Geldern in selbst nutzbare Versorgungsstrukturen immer mehr rechnet. Autarkie ist damit kein rebellischer Akt, sondern ein Sicherheitsgedanke beim Blick auf rasant steigende Strom- und Gaspreise.  

So eine Gemeinschaft beschäftigt sich dann nicht mehr nur mit der Frage nach bezahlbarem und altersgerechtem Wohnraum, sondern zunehmend mit der Frage, wie man in Zukunft gerne leben möchte. Aus der Not wird eine Tugend, wenn die richtigen Menschen erkennen, dass ihr Geld so sicher angelegt und ihre Versorgungssituation dauerhaft gesichert ist. Der Treiber einer solchen Gemeinschaft ist dann nicht mehr das Defizit und die Sorge, sondern ein sich immer klarer formendes Bild gemeinschaftlich getragener Daseinsvorsorge. Ein Gastbeitrag von Thomas Hann.

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