Solidarisches Wohnen im Alter in Genossenschaft

Leverkusen, 23. Februar 2022 (geno). „Solidarisches Wohnen im Alter eG“ (SoWiA eG) heißt der Zusammenschlus von 25 Personen im Raum Köln, Leverkusen und Düsseldorf. Die 60 bis 75 jährigen multikulturellen Paare suchen für ihr gemeinschaftliches Wohnen ein geeignetes Grundstück in oder in der Nähe von Köln.

Das Vorhaben könnte zu einem Muster werden. Angesichts der demographischen Entwicklung in Deutschland dürfte diese Genossenschaftsinitiative in der Rheinischen Region Schule machen und an Popularität gewinnen.

Auch traditionelle Wohnungsgenossenschaften haben sich in der Vergangenheit des Themas Wohnen im Alter angenommen. So bietet zum Beispiel die Vereinigte Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft eG stationäre Pflege und Betreutes Wohnungen in eigenen Anlagen an und bietet ambulante Pflege an. Die Gemeinnützige Baugenossenschaft Bergedorf-Bille eG kooperiert bereits seit 30 Jahren mit einer Stiftung, die den Mitgliedern ein Alten- und Pflegeheim (Senioren-Wohneinrichtung), eine Altenwohnanlage (Servicewohnen) und einen ambulanten Pflegedienst bietet. Zudem wird in eigenen seniorengerechten Wohnanlagen in Kooperation mit dem DRK ein Service-Wohnen angeboten. Im Neubau werden Wohnungsgrundrisse für Wohngemeinschaften realisiert, die insbesondere von Seniorenwohngruppen genutzt werden können. Darüber hinaus werden ergänzende Services angeboten wie ein Hausnotruf oder Unterstützung durch Alltagsbegleiter.Auch viele andere Genossenschaften achten bei Neubauten auf Barrierefreiheit, was beim Eintreten einer Pflegebedürftigkeit bei zunehmenden körperlichen Einschränkungen im Alter eine große Hife ist. 

Betriebswirtschaftlich bieten Genossenschaften grundsätzlich sehr gute Voraussetzungen bei Dienstleistungen für ältere Menschen Effizienz mit einem hohen Nutzen zu kombinieren. Auf dem Blog „liberal und kooperativ“ wird das anlässlich einer Fürsprache für das Prinzip der Gewinnmaximierung von Professor Hermann Simon als gute Alternative wie folgt ausgeführt: Hierzu der unabhängige Genossenschaftsberater Frank GiebelMeine ergänzende Antwort zu Hermann Simon ist, dass es neben gewinnmaximierenden Unternehmen wie Aktiengesellschaften und GmbHs auch Genossenschaften gibt, die darauf angelegt sind, für ihre Mitglieder Nutzenmaximierung zu betreiben und keine Gewinnmaximierung,. Sie sind nicht auf Rendite ausgelegt, sondern sollten nur so viel Gewinn machen, dass sie nachhaltig weiterbestehen können (not-for-profit). Gerade in Bereichen der normalen Daseinsvorsorge wie Wohnen, Lebensmittelerzeugung und -bereitstellung, Energieversorgung und Pflege im Alter gibt es einen relativ klaren Grundbedarf bzw. Grundnutzen. Wird dieser nach dem genossenschaftlichen Selbstkostenprinzip im Rahmen einer Selbstorganisation zur Verfügung gestellt, ist es nach dem Minimalprinzip wirtschaftlich geboten, dies zu möglichst niedrigen Kosten zu realisieren. Auch dies führt demnach zu einer effizienten Resourcenallokation. Es gibt hier aber keinen systemimmanenten Expansionsdruck und somit auch keinen Wachstumsdruck wie in Aktiengesellschaften oder GmbHs.++ (wb/mgn/23.02.22 – 033)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

, , ,
Jetzt Spenden! Das Spendenformular wird von betterplace.org bereit gestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

4 × 1 =

Menü