Genossenschafts- und Spargedanke in Schicksalsgemeinschaft

Stuttgart/Frankfurt am Main, 30. Oktober 2019 (geno) Zwischen Genossenschafts- und Spargedanken herrscht nicht nur Eintracht. Sie bilden sogar eine Art Schicksalsgemeinschaft. Das zeigen erneut die Apelle zum heutigen Weltspartag, zu dem auch die genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken diverse Initiativen ergreifen. Kinder gehören zu einer bevorzugten Zielgruppe. Sie werden ermuntert, an diesem letzten Werktag im Oktober ihre Sparschweine zur Genossenschaftsbank zu tragen, sie zu knacken und das Geld auf Konten anzulegen. Zweifelhaft ist, ob das wirtschaftlich vernünftig ist. Pädagogisch zumindest keinesfalls. Denn schon vor zwei Jahren warnte Roman Glaser, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes (BWGV). Er artikulierte zum damaligen Weltspartag erhebliche Selbstzweifel: “Sparen muss sich endlich wieder lohnen”. Seine Bedenken gelten gegenwärtig mehr denn je.

Weitgehend anders sieht das die zu diesem Verband gehörende Raiffeisenbank Aichalden im Schwarzwald. Sie wirbt für ein Kindergewinnspiel, bei dem in jedem Fall “eine leckere Waffel” herausspringt und verkündet: “Der Weltspartag wurde eingeführt, um den Spargedanken weltweit zu erhalten und weiterzugeben. Vor allem der pädagogische Aspekt steht dabei im Vordergrund. Kinder sollen verstehen lernen, welche Bedeutung das Sparen für ihre Zukunft hat. Dahinter verbirgt sich eine einfache Logik: Geldsparen ermöglicht es, sich ein finanzielles Polster aufzubauen und somit für später vorzusorgen.” Ob das wirklich klappt, wird nach den praktischen Erfahrungswerten der älteren Generationen gerade in der Gegenwart stark in Zweifel gezogen.

Der Weltspartag jährt sich in diesem Jahr zum 95. Mal. Er wurde auf dem internationalen Sparkassentag in Mailand 1924 zum Weltspartag erklärt. Es sollte alljährlich der letzte Werktag im Monat Oktober sein. So entstand eine erstaunliche konfessionelle Spaltung. Bei den Katholiken ist der 31. Oktober meist ein Werktag. Anders in der protestantischen Welt. Dort ist der 31. Oktober Reformationstag und ausnahmslos Feiertag. Demzufolge wird bei den Evangelischen am 30. Oktober des Sparens gedacht – wenn überhaupt. ++ (gb/mgn/30.10.19 – 186)

www.genonachrichten.de, e-mail: mg@genonachrichten.de, Redaktion: Matthias Günkel (mgn), tel. 0176 / 26 00 60 27

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