Panama, 15. September: Auf ihrer Generalversammlung 2026 in Panama haben die Mitglieder der Internationalen Genossenschaftsallianz (ICA) Dr. Ariel Guarco in seinem Amt als Präsident bestätigt und seine Amtszeit bis 2030 verlängert.

Bei der Versammlung im Panama Convention Centre am Dienstag, dem 15. September, erläuterte ICA-Generaldirektor Jeroen Douglas die Strategie der Organisation für die Jahre 2026 bis 2030.   Die Mitglieder beauftragten den Vorstand, die Entwicklung eines neuen Konzepts für den ICA-Strategieplan „Empower the Future of Cooperatives” (2026–2030) fortzusetzen.

Die Genossenschaftsbewegung steht heute an einem entscheidenden Wendepunkt. Angesichts globaler Herausforderungen, die Volkswirtschaften aber auch die Gesellschaft neu gestalten, müssen sich Genossenschaften nicht nur anpassen, sondern selbstbewusst eine Führungsrolle übernehmen. Dies wird in Deutschland von den Molkereigenossenschaften bereits vorgelebt.   Die „Theory of Change“ der ICA bietet einen strategischen Fahrplan, um sicherzustellen, dass Genossenschaften gestärkt werden, ihren Einfluss ausbauen und eine gerechtere Weltwirtschaft gestalten.

Im Zentrum dieser Strategie stehen Alpha als Fundament und Omega als Ziel. „Alpha basiert auf der genossenschaftlichen Identität und definiert, wer wir sind und wie wir arbeiten. Diese Identität muss sich in Aktivitäten und Ergebnissen niederschlagen.“ so Jeroen Douglas.   Omega ist ein Zukunftsszenario, in dem Genossenschaften einen deutlich größeren Anteil an der Weltwirtschaft haben und gleichzeitig Wohlstand für alle sichern. Genossenschaftliches Handeln muss sich von einer Alternative zu einer gesellschaftlich unverzichtbaren Größe entwickeln.

Die „Strategie des Wandels“ skizziert den logischen Weg von der Vision zur Wirkung. Sie identifiziert die strategischen Maßnahmen – die Voraussetzungen für den Erfolg, die Schlüsselinitiativen – die diese Maßnahmen umsetzen, sowie die kurz- und langfristigen Ergebnisse, anhand derer der Fortschritt gemessen wird. 

Bis 2030 liegt unser Fokus auf der Stärkung von Genossenschaften, der Gestaltung der Politik und der Steigerung der Sichtbarkeit. Bis 2035 und darüber hinaus strebt der ICA  einen systemischen Wandel an, in dem Genossenschaften nicht nur Teilnehmer am Wirtschaftsgeschehen sind, sondern eine führende Rolle beim Aufbau einer gerechteren und nachhaltigeren Welt spielen.

Im Rahmen dieser Strategie hat die ICA ihre vier ursprünglichen Säulen – Partizipation, Nachhaltigkeit, Identität und rechtliche Rahmenbedingungen – zu fünf strategischen Maßnahmen weiterentwickelt. Diese gehen direkter auf die bevorstehenden Herausforderungen und Chancen ein. Menschen sind der Motor für Führung, Engagement und genossenschaftliche Bildung. Sie statten die Mitglieder mit dem Wissen und den Fähigkeiten aus, die sie für den Erfolg benötigen. Benchmark Daten und Digitalisierung stärken die Sichtbarkeit der Genossenschaftsbewegung und unterstützen diese dabei ihre Leistungen zu messen und zu kommunizieren. Der ICA als Interessenvertretung sichert die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen, die für den Erfolg von Genossenschaften erforderlich sind, und positioniert Genossenschaften als zentrale Kraft in der Weltwirtschaft. 
Ein großes Ganzes besteht immer aus vielen kleinen Puzzleteilen. Das von der EU geförderte Projekt nachhaltig Wirken unterstützt die Gründung von Bürger- und Stadtteilgenossenschaften im Saarland. www.nawi-saar.de