Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) fördert digitale Genossenschaften

Platform Cooperativism” ist die Idee einer Neustrukturierung der globalen Plattform-Ökonomie. Zu den Plattform-Kooperativen, kurz “Platform Coops”, zählen Genossenschaften mit einem digitalen Geschäftsmodell, aber auch andere Unternehmensformen, die Eigentum und Mitbestimmung neu denken.Ziel ist es, Alternativen zu bestehenden Monopolen der Plattform-Ökonomie zu entwickeln und Unternehmen der kooperativen Ökonomie dabei zu unterstützen, auf dem internationalen Plattform-Markt wettbewerbsfähig zu werden. Weiteres Ziel ist die Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle jenseits der viel kritisierten Monopole der Sharing Economy, wie z.B. der aktuelle Launch von Fairbnb als Alternative zu Airbnb. Im Prozess erfolgt der Aufbau einer vernetzten Struktur aus “Platform Coops”, um eine gemeinsame Infrastruktur zu schaffen und gemeinsame Interessen nach außen vertreten werden können.Ein Beispiel bereits funktionierender und schnell ausbaufähiger Zusammenarbeit zeigen die Hostsharing eG und die Deutsche Datenschutz-Genossenschaft eG mit der Lösung CoopConf. Mit den vor kurzem durch den EuGH festgestellten Problematiken des US Privacy Shields ist es umso wichtiger, vertrauenswürdige Server in Deutschland oder der EU zu nutzen. Hostsharing stellt in Deutschland betriebene Rechner- und Netzkapazitäten zur Verfügung und die DD-eG bietet darauf mit BigBlueButton, einer freien Open-Source-Lösung, einen professionell ausgerichteten Videokonferenzdienst an.

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Keynes liefert Theorie-Futter an Genossenschaftsbewegung

Der genau vor genau 75 Jahren verstorbene britische Wirtschaftswissenschaftler John Maynard Keynes liefert der Genossenschaftsbewegung bis in die Gegenwart umfangreiches Theorie-Futter. 

Der Ökonom, der ein Vierteljahrhundert die Volkswirtschaftslehre und die Wirtschaftspolitik dominierte, hatte unter anderem, eine Rückkehr zu den mittelalterlichen Formen selbständiger Autonomien vorgeschlagen. 
Das tat er beispielsweise am 23. Juni im Jahr 1926 bei einem Vortrag an der Berliner Universität unter dem Titel “Das Ende des Laissez-Faire. Ideen zur Verbindung von Privat- und Gemeinwirtschaft”. 
Der Bremer Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel vergleicht das Pläydoyer von Keynes mit der Genossenschaftsbewegung und ihrer Geschichte. 

Der amerikanische Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaft Paul Krugman verdeutlicht Keynes’ Auffassung am Beispiel der Capitol Hill Babysitter-Genossenschaft. Diese gab als interne Währung Berechtigungsscheine aus. Ein derartiger Schein war ein Papierstück, das einer Stunde Babysitter-Zeit entsprach. Babysitter würden die entsprechende Anzahl von Coupons erhalten. Das System war selbsttragend und sollte für einen Ausgleich von Interessen sorgen: Ein Paar babysittet genauso häufig wie es davon profitiert. Ein vergleichbarer Leistungstausch wird heute von vielen Dorf- und Bürgergenossenschaften idealisiert.

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